Category Archives: Sonstiges

Filmkritik: TRON Legacy

Dunkle Stimme aus dem Off: „The grid, a digital frontier“. Streicher schwellen an. „I tried to picture clusters of information as they moved through the computer. What did they look like? Ships, motorcycles, even with circuits like freeways“. Kurze Pause. „I kept dreaming of a world I thought I´d never see. And then…“ Längere Pause. „One day…“ Dramatisch lange Pause. „I got in.“ Und los geht der Film, das Disneylogo wird dem Kinogänger dreidimensional entgegengelasert.
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Die Katharsis-These

Laufen schlimme Pein, arge Pflicht, Exerzitium an Selbstgenügsamkeit? Den Unterschied zwischen Gelegenheits- und Schönwetterjoggen vs. dem aristotelesschem treibenden Tier im leistungsorientierten Läufer beschreibt Bernd Graff in seinem Artikel in der Süddeutschen vom 12. April so pointiert, dass mir das jetzt einfach zu schade für einen losen Tweet war, daher so. Stilistisch ein bisschen satirische Glosse, glücksfördernd und vergnüglich ist Laufen schliesslich oft allemal (ob nun über umstrittene Endorphine oder anderswie) – move to improve.

Avatar: Short Review / Filmkritik

Zu später Stunde, direkt nach dem Kino (3D Cinemaxx Solingen), nur so viel: Ich habe noch nie einen solchen Film (2. Trailer) gesehen. Sprichwörtlich wie ein Traum, dicht, intensiv, hinreissend, bewegend und wunderschön. Fehlt noch das Attribut „lang“, inklusive Pause (die aufgrund des technischen Fortschritts wohl weniger dem Wechsel einer Filmrolle geschuldet ist, als für die Zuschauer gedacht) haben wir im Kino über 3 Stunden zugebracht. Der Überlängenzuschlag war gerechtfertigt. Continue reading

Die Qual der Wahl

Neulich schrieb Christian Schüle in der Wochenzeitung „Rheinischer Merkur“ über die Irritation des Wählers: „Er braucht Hilfe und erhält höchstens ein Versprechen. Im Selbstwert gekränkt durch Weltwirtschaftskrise und Abstiegsangst, befangen im Unbehagen an der eigenen Austauschbarkeit, ist seine Seele wund.“ Und weiter: „Im maladen Zustand will man keine Lügen, Angriffe, Spitzen mehr, will nicht das Zerreden, Zersetzen, Zerfleischen, die kleingeistige Denunzination des Gegners. Die Zeit der Polarisierer und Zänker, der Wadenbeißer und Kläffer ist vorbei.“

Auch dies ist bloß eine (politische) Momentaufnahme aus dem Spätsommer 2009. Denn: „Nichts kommt von selbst, und nur wenig ist von Dauer. Darum – besinnt Euch auf Eure Kraft und darauf, daß jede Zeit eigene Antworten will und man auf ihrer Höhe zu sein hat, wenn Gutes bewirkt werden soll.“ (Willy Brandt).