Münster, Messenger & Minister

Auf Einladung von Brooks ging es am 07. Juli in die Europazentrale nach Münster.

Im Bericht lest ihr einge ganze Menge über die sportliche Studentenstadt, erfahrt mehr über Brooks, bekommt Tipps für einen eigenen Blog, lest über den eiskalten Schauer angesichts einer kleinen Shirt-Sonderauslage und natürlich die Qualen einer Hitzeschlacht in der Gluthölle rund um den Prinzipalienmarkt, mitten in der City von Münster beim Brooks City-Run 2013 über schlappe 10 Kilometer bei 30° Außentemperatur (und 42,195° im Körper). Luftholen.

Ein waschechter Marathonbericht, schier so lang, dass die Fotos und Videos noch auf ihr Finish warten (sind im Zulauf). Auf geht´s!

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Brooks Titel Messenger Münster Minister Dahl Alf Blogger Marathonmann 10 5 21 42

Der Sommer ist so klasse, da bleibt vor lauter Aktivität kaum Zeit zu Schreiben. Entweder die Brötchen im Büro verdienen, Training, Festivität, Dösen oder gleich ganz Schlafen. Schreiben, das ist doch was für den Wintern.
Mit einer dampfenden Tasse Tee auf dem Schreibtisch und einer dicken Wolldecke über den Beinen, während draußen der Schneesturm tobt. Na, gut, dass das auch während des Sonnenuntergangs geht, in Shorts und mit einem kühlen Caipirinha, dessen kalte Kondensationstropfen langsam auf die Tischplattte perlen. Noch idealer wäre aktuell nur ein Schwimmbad. Doch das macht zu früh zu, außerdem ist mir mit Wertsachen darin nie so wohl.

Jetzt zu einem Erlebnis, bei dem mir sehr wohl sehr wohl war. Ausnahmsweise habe ich mir bei diesem Beitrag sogar schon vorher überlegt, worauf ich hinaus möchte. Die Botschaft, die Message: Münster, Messenger und dieses mordsmäßige Video, das zum Zeitpunkt der ersten Auflage dieses Artikels wohl noch immer nicht online sein wird. Doch das Warten lohnt sich.

Welcome to Westfalen
Also, Münster: Zu der Stadt brauche ich wohl nicht mehr viel zu schreiben, sie dürfte sattsam als westfälische Studentenstadt bekannt sein. Plattes Land, holländische Verhältnisse, junges Publikum, historischer Stadtkern samt Ringstraße, die die gesamte Altstadt umgibt – doch dazu später mehr (eigentlich nur eine rhetorische Floskel: Es ist in diesem Moment unklar, ob es später wirklich noch mehr zum konkreten Aufbau der Altstadt geben wird, da hierzu genug anderweitige Abhandlung existieren).

Münsterland und Bergisches Land sind nicht weit voneinander entfernt. Gerade mal 120 Kilometer liegen zwischen dem Läuferparadies an der Aa und dem sportlichen, naja, Gang über die Wupper. Uns trennen also gerade mal Welten, zum Beispiel das Vorhandensein eines Europasitzes einer coolen und prosperierenden Laufsport-Company. Hat Münster. Fehlt Wuppertal, Solingen, Remscheid. Pustekuchen & Fehlanzeige ebenso in Marienheide, Hückeswagen und Hattingen. Sprockövel dito, doch das zählt ja bereits zum Ruhrgebiet.

So kam der Sonntag in der sportlichen Studentenstadt nicht von ungefähr. Auf Einladung von Brooks ging es zu einem fabelhaften Meet & Greet & Eat, am Abend noch gekrönt von Run & Fun, doch der Reihe nach. Sprachlich etwas verspielt schrieb ich letztens auch noch etwas von „Sneak Peek vs. Sweat Peak“. Ich hätte es wirklich besser wissen müssen, dieser ganze angloamerikanische Quatsch funktioniert ja nur sehr bedingt. Come in and find out etwa, um mal Douglas (Hagen) zu bemühen. Im Preview sollte es also also eine Vorschau sein auf die Einblicke bei Brooks (Sneak Peek), gleichermaßen die Schwitzigkeit dieses heißen Tages (Sweat) und der Stimmungshöhepunkt beim Lauf (Peak). Da habe ich wirklich Verständnis, wenn das nicht verstanden wird, ehrlich.

Books City Run Münster Dortmund Ems Kanal
Brooks: run happy

Es gibt ja so einige Anbieter auf dem Markt. Viele sind Hans Dampf in allen Gassen, und bieten Ausrüstung für alle möglichen Sportarten. Brooks bleibt bei seinen Leisten, und ist expliziter Laufsport-Spezialist. Die Marke belegt  mittlerweile im Fachhandel den Spitzenplatz. Und natürlich bei den Läuferinnen und Läufern, da keine andere Firma (hier spreche ich aus Erfahrung) das „run happy“-Gefühl so sehr vertritt und erlebbar macht.

Grundlage ihres Erfolgs ist das Angebot optimaler Ausrüstung, die sich konsequent jährlich verbessert und an die Ansprüche von Einsteigern, Fortgeschrittenen und Profis angepasst. Ein diversifiziertes Portofolio, das es Läufern ermöglicht, wirklich den „perfekten Schuh“ zu finden (Beispiele). Auf der anderen Seite ein „Spirit“, der sich durch die ganze Marke wie die Menschen aka Mitarbeiter und Events wie Aktionen transportiert: Happiness.

Als Freizeitläufer möchte ich Spaß haben. Jeder Läufer weiß, wovon da die Rede ist. Alle Nichtläufer sollten es einfach mal ausprobieren. Wenn der Funke nicht beim ersten Mal zündet, dann dranbleiben. Fordert nicht zu viel von euch, lasst es ruhig angehen. Erst Anfang der Woche hat sich eine liebe Freundin bei mir gemeldet, und mir begeistert davon berichtet, dass sie jetzt, nach vielen Monaten, ihren „ersten richtigen Lauf“ hatte. Womit sie keinen Wettkampf meinte (den gab es kurz vorher in der Gluthölle von Wuppertal), sondern einen 5 Kilometer langen Lauf einfach nur für sich alleine. Sie hat es genossen, zum ersten Mal, und fühlte sich im Anschluss frisch, lebendig, glücklich. So sehr, dass sie das Glück sogar in Schriftform teilen mochte (normalerweise bekomme ich keine Zuschriften dieser Art, um so berichtenswerter erschien sie mir, außerdem wollte ich auch mal den Willi geben).

Brooks Cityrun 2013 DJI (LR)7-002

Besuch bei Brooks
So ein sonniges Vorsommerferienwochenende im Juli strotzt ja nur so vor potentiellen Freizeitaktivitätsmöglichkeiten. Begeisterungsfähigkeit und Spontanität machen die Sache nicht eben einfacher, angesichts taggleich paralleler Premium-Events (Formel 1, Firmenlauf) schon mal gar nicht. Trotzdessen dass ich auf Du und Du mit Doo und Doodle bin, überrasche ich mich mit dem Thema Terminplanung immer wieder selbst.

Überspringen wir jetzt mal das ganze Hin und Her und Hadern. Brooks war so nett, Anreise und Hotel grundsätzlich schon am Samstag möglich zu machen, doch zugunsten maximaler familiärer Flexibilität fiel mein Transit auf den siebten Tag. Die A1 war sonntagsmorgens glücklicherweise mein Freund, ruckzuck bog ich auf den Martin-Luther-King Weg ein.

Friedlich, ja fast friedensnobelpreisträchtig lag das Sträßchen da. Weil die Autobahn und ich wirklich SO miteinander sind, hatte ich glatt noch gut eine Stunde übrig, bis wir uns alle (gleich mehr dazu) am frühen Mittag treffen wollten. Gute Gelegenheit, um mal rüber zum Dortmund-Ems-Kanal zu schlendern, Testflug mit der Drohne, Binnenschifffahrt up the air. Schön: Technisch und fotografisch orientierte Gespräche en passant mit Münsteraner Bürgern entlang des Flüsschens (gleichzeitig Flugroute). Schlecht: Der Hubschrauber, der plötzlich in Sichtweite hoverte. Auch wenn rechtlich alles mit rechten Dingen zugeht, setze ich da lieber zur Landung an.

Ohnehin war die Zeit reif für das Get together mit der Brook Family. Die Familienplanung: Treff im Brooks HQ, anschließend Pasta-Party, um die Kraftspeicher aufzufüllen. Dann Führung durch die Zentrale, kleine Produkhighlights und Previews auf 2014 samt Gespräch (engl.) mit Bradley „Brad“ Fisher, EMEA-Manager für Entwicklung und Design bei Brooks. Im Anschluß Vortrag und Diskussionsrunde mit den laufbloggenden Kollegen. Am Nachmittag Aufbruch ins reservierte Gasoline, Club und Café nur wenige Gehminuten vom Start entfernt. PreRun-Chill und Kennenlernen des Brooks Running Team. Ab 19:30 Uhr dann gemeinsamer Start auf dem Prinzipalmarkt beim Brooks City-Run über 10 Kilometer. Kurzum: Der perfekte Tag.

Wie schon erwähnt reiste ich wieder mit Drohne an (der Mockicopter jetzt nicht als Transportmittel, sondern im Gepäck, um diesen lausigen Gag ein letztes Mal zu bemühen). Die Tagesplanung bot zeitlich und örtlich jede Menge Gelegenheit für Flüge. Das macht natürlich Spaß, andererseits ist das Fluggerät auch ein echter Brandbeschleuniger bei der Kommunikation. Nur eins ist es nicht: neu. Schon 2009 war die Technik so weit gediehen, dass etwa dieser ausgesprochen hörenswerte CRE-Podcast mit den Entwicklern Holger Buss und Ingo Busker sämtliche physikalische und technische Grundlagen erklärt. Zum Beispiel die Möglichkeit der Messung barometrischen Drucks mit einer Auflösung von einem Zentimeter. Whow, was?

Heute ist die Sache zum Glück leichter bezahlbar als noch vor wenigen Jahren, obgleich die investierte Summe Außenstehenden regelmäßig recht hoch erscheint. Über Geld spricht man ja nicht, aber sagen wir mal so: Den Gegenwert eines Kleinwagens hat es in der Einstiegsklasse (mein aktueller Aufenthaltsort) nicht mehr. Keines NEUEN Kleinwagens.

Brooks Cityrun 2013 DJI (LR)5

Münster 4 Life (I)

Mit der UAV-Technik verhält es sich ungefähr so wie mit dem Mittleren Trias oder dem Ozean der Gungans: Es gibt immer einen noch größeren Fisch. Als „Fressfeind“ würde ich das Team von Münster 4 Life zwar nicht bezeichnen wollen, aber ihr wisst, was ich meine. Spezialisierte Profis haben die Sache längst für sich entdeckt. Um so netter, mal Leute vom Fach einen ganzen Tag lang um (und über) sich zu haben. Ja, auch dazu später mehr. Ihr müsst einfach dieses VIDEO sehen, für das sie den ganzen Tag um uns herum waren. DSLR und Hexacopter und Timeshift und Interviews und einfach alles, was das kreative und technische Herz erfreut. Noch dazu supernett und kommunikativ und mit Herz bei dem, was sie tun.

Das wäre dann auch mal die perfekte Überleitung zu Brooks. Aus der Zentrale in Münster wird auch das Geschäft im Nahen Osten und Afrika bedient, dementsprechend groß und geschäftig ist das aktuell rund 60-köpfige Team. Da die Geschäfte so gut gehen, wird weiteres Personal gesucht, aktuell etwa im Bereich Social Media.

Ausgesprochen spannend, in Ruhe die Geschäftsräume auf derzeit insgesamt zwei Etagen zu begehen. Customer Service, Sales, HR, Marketing, Onlinemarketing, Event- & Field Marketing, Graphic Design, Operation Assistance und Product Development. Alles flott und  modern. Streicheln ließ sich auf der Tour so mancher Pokal, beispielsweise des StrongmanRuns. Angenehm auch die aushängende, aktuelle Kollektion – jedes Stück gleich griffbereit, zum Beispiel bei der Händler-Beratung.

Brads  Pit
In der unteren Etage (gleichzeitig im Unternehmen on top) platzt die Produktentwicklung quasi schon aus allen Nähten. Sie kümmert sich gestern und heute um die Kollektionen von morgen. Mindestens ein Jahr Vorlaufzeit gibt´s bei Technik und Design, dementsprechend gar nix gab es zu fotografieren oder namentlich zu benennen. Strictly confidential. Würde ich darüber schreiben, wäre mein Laufpass von jetzt auf gleich ungültig, hätte lebenslanges Münster-Hafen-Verbot, würde weltweit gejagt und vermutlich irgendwann zur Laufstrecke gebracht.

Was ich aber habe, ist ein Einblick in die konsequente technologische Weiterentwicklung und Etablierung von bewährten und neuen Features nebst neuartiger Produktionsverfahren mit fußschmeichlerischen Resultanten, nicht zu reden von aufregenden Farben und Formen der kommenden Kollektionen.

Brad als Head of Product Develepment and Design erklärte uns die Sache wirklich sehr nett und ausführlich. Im kleinen Kreis konnten wir die Gelegenheit für Fragen nutzen, etwa zu technischen Details wie der Fersensprengung oder der Optik: Woher nimmt Brooks die Inspirationen für die Farben? Brad führte aus, dass so mancher Laufschuhhersteller influenced wird von der Historie der Designer in der Automobilindustrie. Dementsprechend öde (mein Wort) Anmutung und Formsprache der Schuhe. Brooks möchte es anders machen, gerade mit einer Auswahl farbenfroherer, fröhlicherer Designs, inspired by artists, etwa einer Graffiti-Koryphäe aus New York. Ein starker Auftritt mit lebendigen und selbstbewussten Artworks.

Weiter ging es im Anschluss mit Hendrik. Am Vortag finishte er glatt noch den Zermatt-Marathon, 2.000 Höhenmeter auf 42,195 Kilometer Distanz. Heute hatte er Geburtstag, und beschenkte uns mit der Vorstellung seines 42195blogs.de. Hendrik und sein Laufpartner, Markus RUNssel, zählen zu derjenigen Gruppe talentierter Athleten, die von Brooks besonders unterstützt werden.

Aktuell bereiten sich die beiden auf den Gore-Tex Transalpine Run vor, der in acht Etappen und Tage über die Alpen führt. Jede einzelne  Etappe ist ungefähr vergleichbar mit dem Zermatt Marathon, dessen alleinige Bewältigung bereits respektabel ist – noch dazu in rund 4 Stunden. Die Route führt über Oberstorf, Lech, Reschenpass nach Südtirol, Ortler, Sulden und Latsch als Ziel. Ein Lauf, wie ich ihn mir selbst einmal wünsche. In den Bergen, die ich so sehr liebe und so selten sehe. Doch genug auf die Tränendrüse gedrückt, vergesst die Texelgruppe und weiter im Text.

Ihr merkt bereits, es ist ein langer Bericht. Oft bekomme ich Schimpfe, die Artikel seien zu lang. Die Bilder haben immer alle gesehen, doch den Text nur überflogen. Natürlich gibt es vereinzelt Hardliner, die wirklich alles lesen, und sich dann ganz nett bedanken, und schreiben, wie viel Freude Ihnen das Lesen gemacht hat. Dafür meinen ausdrücklichen Dank. Ansonsten meine Bitte um Entschuldigung. Ja, die Texte werden länger. Vermutlich ist das so ein Läuferding, da werden ja auch die zurückgelegten Strecken immer länger. Wirklich mehr als Marathon war bei mir noch nicht drin, und ich habe mich heimlich im Verdacht, nie die 100 Kilometer von Biel zu laufen. Bei den Texten scheint das anders zu sein, offensichtlich ist da eine Weltumrundung geplant. Ich schreibe das für mich. Für mich und die Persistenz im Blog. Ihr müsst es ja nicht sofort oder in einem Rutsch lesen. Gerade jährlich wiederkehrende Ereignisse neigen dazu, im Folgejahr vorab gegoogelt zu werden. Und wenn der Bericht dann nur einem einzigen Leser einen Überblick (Drohne) oder etwas Freude (Text) schenkt, dann ist das Ziel erreicht. Wobei der Weg das Ziel ist, die Erlebnisse und Berichte.

It´s all about sharing
Letztens stellte eine Kollegin, die kind- und interessensbedingt Social Media Aktivitäten weniger zugeneigt ist, laut für sich fest: „Die Menschen bei Facebook wollen doch eh alle nur angeben“. Dieser allgemein gemeinte Satz hat mich beschäftigt und bis in den nächsten Tag begleitet. Bis ich in einem Dokument zu Typo3 folgenden Slogan las: It´s all about sharing.  Darum geht´s doch – die Dinge mit anderen Menschen zu teilen. Inspiration, Partizipation, digitaler Altruismus. Vielleicht auch mal ein Stück weit Stolz oder Reputationsmanagement. Die Motive können vielschichtig sein, und verdienen eine menschenfreundlichere Betrachtung. Meine Premiere als Helfer an der Strecke steht noch aus, doch in der Sache möchte ich möglichst gerne Menschen für den Sport begeistern.

Zugegeben, es ist nur ein bisschen Freizeitsport. Nur ein wenig bessere Ernährung, ein etwas gesünderer Lebensstil. Doch wenn sich die Botschaft nur ein wenig weiter verbreitet, bin ich zufrieden. Außerdem brauche ich Ausreden für die Anschaffung teurer Technik, die mir hilft, die Sache ins rechte Licht zu rücken. Ja, ich bin kein Fotograf™. Kein Journalist™. Kein von Kindesbeinen an trainierter Sportler (von der Ausdauerschule natürlich abgesehen) Und doch. Weder ging Gutenberg in der Druckerei zur Lehre, noch hat Jesus Theologie studiert. Der Vergleich hinkt himmelweit (dafür muss man gar kein Akademiker sein), doch beiden ging es definitiv ums Sharing.

Back to bloggin´
Wie bekomme ich jetzt wieder den Bogen auf Hendriks Social Media Vortrag? Ach ja: Praktische Einsteigertipps für Blogger. Erstaunlicherweise gab es in unserer recht großen Gruppe von gesamt etwa 40 Personen nur etwa eine handvoll bekennende Kollegen. Erstaunlich, denn gleichermaßen erging es mir letztens bei Microsoft in Köln. Vielleicht war ich auch einfach noch etwas irritiert vom BMW Laufblogger-Camp letztens am Tegernsee, das ausschließlich Blogger lud.

Na, jedenfalls empfahl Hendrik, eher über Emotionen als technische Fakten zu schreiben. Mit Leidenschaft und vielleicht in einer Nische, die so vielleicht noch nicht bedient wird (zum Beispiel lustige Texte (von langen Texten war keine Rede) oder schöne Fotos (Achtung, das bitte nicht nehmen, das ist bereits besetzt). In die eigene Marke zu investieren, und sei es erst einmal nur Herzblut und Zeit. Natürlich auch: Lasst euch nicht kaufen. Es sei denn, der Preis stimmt (die Überleitung zum Transalpine Run und den großartigen Support von Brooks). Außerdem ging es um weitere Kanäle wie Twitter und Facebook, die jeweils artgerecht bestellt werden wollen. Check.

Italiener Brooks Münster City Run

Münster 4 Life (II)
Okay, ich lins mal rüber, was noch auf dem Plan steht: Wir sind gerade bei 14:00 Uhr angekommen, früher Nachmittag, jetzt sollte es gleich rübergehen zum Italiener, Pasta-Party mit der ganzen Meute. Ich KÖNNTE da ja einen zweiten Teil draus machen, doch es ist grad noch so schön, der zweite Caipi steht schon auf dem Tisch, die Sonne ist gerade untergegangen, Fenster offen, frische Luft, leise Musik. Ich würde gerne noch ein wenig weiterschreiben, ihr vielleicht sogar noch ein wenig weiterleisen. Es muss ja nicht mehr ganz so episch sein, auch wenn es Anlass für ausufernde Schilderungen genug gibt.

Den Italiener lassen wir mal beiseite, bis auf das ausgezeichnete Gespräch mit Andreas DuckMS zum Thema Radsport (und ein bisschen Mauritius). Leckere Pasta im Lokal, grüner Park ringsherum. Auf den Bildern seht ihr einen Teil der Truppe die Lokalität verlassen. Die Drohne über den Köpfen der Kollegen sollte ein gutes Training für den späteren Lauf sein, da die Jungs von MS4L (übrigens eine Erfolgsgeschichte im Community-Building sondergleichen, vom Hobby zum Hauptberuf mit nunmehr 32.000 organisch gewachsenen, echten Fans bei Facebook samt starker jugendkultureller Base in Münster) mit einem eigenen Hexacopter samt Gimbal für eine Lumix-Kamera anrückten. Kurzer Exkurs: Ein Quadrocopter hat vier Ausleger, die Hexa-Variante sechs, als Oktopcopter acht. Mehr Ausleger, Motoren und Rotoren bieten verbesserte Flugeigenschaften und erhöhte Redundanz. Ein Hexakopter landet selbst bei zwei defekten Luftschrauben noch, sein großer Bruder verträgt bis zu vier Ausfälle. In beiden Fällen ist das Fluggerät schwerer, dadurch weniger windanfällig, und kann größere Lasten (-> bessere Kameras, komplexere Stabilisierungs- und Steuerungssysteme) mit sich tragen.

Goto Gasoline
Wir also nach dem Essen und dem Nachmittagsprogramm raus aus dem Lokal und rein in die Autos, Ziel: Das Gasoline. In dem lauschigen Café ging es den ganzen Nachmittag bei Kaffe und Kuchen, alkoholfreiem Weizen und Schorlen ausgesprochen kommunikativ zu. Wir Läufer haben uns gegenseitig per se schon eine ganze Menge zu erzählen, außerdem kennt man sich hier wie da schon von diversen Veranstaltungen, Tweets oder Facebook-Einträgen. Ob regelrechte Idole wie den diesjährigen sympathischen StrongmanRun-Sieger Tom Schlegel (wir sind uns beide einig, dass diese Bilder episch sind), den Minister of Run Happy André Pristaff, Messenger wie Sebastian, Matthias von runherne.de, „HR“ Markus Fabri, Marcel „Maazel“ Martens, Thomas aka Decius aka lennetaler.deManuela Richter aus Berlin (die heute ihr hundertes Finish feiern wird) oder Fotograf- und Brookie wie er im Buche steht Sven Zieseniß (www.sven-zieseniss.de) samt Freundin Sabrina (Run – eat – love). Und noch so viele andere mehr, genaugenommen gehören wir alle auf einem Haufen weggesperrt, um uns bekannt zu machen. Zu viel gibt es zu erzählen und zu zeigen, zu lachen und zu planen. Mindestens einen Onlinekalender, wo in einer Matrix mal horizontal die wichtigsten Läufe in Deutschland verzeichnet sind, vertikal die Namen der Kollegen. Und dann markieren wir alle mal schön, was wir so über das Jahr planen, um möglichst viele unter einen Hut zu bekommen. Oder einfach ein Shirt mit Name, URL und Twitter-Kürzel.

Brooks Run Happy Shirt Welcome to my world

Welcome to my world
Apropos Shirt, ich hatte es ja noch gar nicht erwähnt. Angesichts seines Geburtstages gingen weder 42195-Hendrik noch wir leer aus. Hendrik freute sich über gleich zwei farblich variierte Varianten einer sehr neuen, sehr gefragten Shirt-Special-Edition. Ganz genau wie beim Kindergeburtstag gingen die Gäste natürlich auch nicht leer aus: Brooks beglückte uns ebenfalls mit exklusiven Shirts, die einerseits total heiss sind, es uns beim Anblick gleichzeitig aber eiskalt den Rücken runterlief: Andrés Vorliebe für Softeis manifestiert sich in einer horizontalen Reihe laufsportspezifischer Piktogramme, darunter das klare Bekenntnis: „welcome to my world.“ Und das, wo ich jüngst noch das Depeche-Mode-Konzert in Düsseldorf genoss. Beides mit Understatement-Punkt, ohne Ausrufezeichen. „Brooks“ und „run happy“ zieren die Rückseite des Shirts. Schaudernd vor Erregung nahmen wir das gute Stück an uns, zogen es über, lichteten uns gegenseitig ab, am Abend schwitzten wir es voll, unser dress for success.

Vollschwitzen, ja, das ging wirklich gut. 32° zeigte die Anzeigetafel in der Seitenstraße, abends um 19:00 Uhr. Zu meinem größten Bedauern machte vorher das Akku der GoPro schlapp, generell ein größerer Schwachpunkt der kleinen, kompakten Actionkamera. Auflademöglichkeiten hätte es fairerweise vorab genug gegeben, nur hab ich vor lauter Quatscherei nicht daran gedacht. Immerhin reichte es noch für zwei Flüge über den Prinzipalienmarkt. In jedem Fall ein Erfahrungswert für die Zukunft: Freie Pufferzeit (und Ersatzakkus) kann es gar nicht genug geben.

Der Brooks Münster City-Run 2013
Ausbaufähige 1.400 Läuferinnen und Läufer starteten Punkt 19:30 Uhr auf die Rundstrecke mitten in der City von Münster. Teilnehmerrekord, doch die Veranstaltung verträgt weit mehr, verdient weit mehr, so etwas sage ich später in die Kamera, doch dazu später mehr. 5 Runden á 2 Kilometer, 1 Verpflegungsstation (Wasser) und tausende Zuschauer an der Strecke, die läuferfreundlich flach und mit langen Geraden gesegnet ist. Ein Lauf bei so großer Hitze ist so, wie man ihn sich vorstellt: Ausgesprochen anstrengend. Während man es im Sommer beim Training ruhig etwas ruhiger angehen kann, neigt man bei einem Wettlauf doch dazu, mit der Meute mitzuhalten. Beim Start aus einer der vorderen Reihen ist das jedoch nicht so einfach, da Siegertypen wie Samson Gezehai aus Eritrea (1. Platz), Abrah Sium Gebregziabher (2. Platz) oder Ezra Kipchumb Kering (3. Platz) sportlich einfach besser drauf sind.

Zu schnelles Loslaufen rächt sich. Immer. Alternativ kann man etwas langsamer loslaufen, weil man das weiß. Wenn dann die Temperaturen hoch sind, sollte man jedoch lieber noch langsamer loslaufen. Weil das aber mit der Anstrengung bei der Hitze im Stillstand nicht so auffällt, läuft man selbst gemäßigt noch zu schnell los. Das merkt man dann spätestens in der zweiten Runde. Um nicht überflüssigerweise Plätze zu verschenken, weil die Zuschauer dauernd gucken, jubeln und anfeuern, und weil das doch eigentlich nur ein 10 Kilometer-Läufchen ist, möchte man dann das Tempo ungern verringern. Außerdem ist man so schneller an der Verpflegungsstation. Dummerweise nur eine einzige, alle zwei Kilometer. Immer zwei Becher greifen, einen zum überm Kopp, einen zum Trinken. Später werden es drei Becher sein, noch später zwischenzeitlich eigens herangeschaffte XXL-Pötte. Kurz hinter der Verpflegungsstation sehen viele aus, als kämen sie gerade aus dem Schwimmbad, ganz besonders ich selbst. Das Hemd klebt klitschnass am Körper, die Tights werden noch tighter, aber egal, die Nässe verdampft in der Hitze spätestens wenige hundert Meter weiter.

Mit Tendenz zur Mitte des Laufs, in Runde zwei und drei, dann die Gedanken an´s Sterben. Mindestens den Kreislaufkollaps oder das Aufgeben. Wir ergeben uns in den Sonnenuntergang und laufen mechanisch über das Kopfsteinpflaster. Eigentlich eine schöne Szenerie, wäre es doch nur nicht so warm. Vorbei geht es an schnuckeligen Cafes, in denen die Leute draußen sitzen, und uns Anfeuern. Läufe durch die Innenstadt sind sehr charmant, manchmal aber auch echte Nervenzerreißprobe. Wieso fahre ich nicht einfach Fahrrad und warum mache ich nicht einfach gegenüber an der Eisdiele halt? Nein, ich kämpfe mich vorran, halte durch, nur noch ein paar Minuten, die Hälfte ist geschafft.

Und plötzlich macht es „Klick“. Also im übertragenen Sinne, zwischen dem Getrippel und Geplatsche auf der Straße überall um mich herum, das Keuchen und Schnaufen und Kämpfen und Spucken. Irgendetwas in meinem Körper wird endlich warm mit der Angelegenheit. Ein Gefühl, als hätte sich der Stoffwechsel endlich auf die Belastung eingestellt. Keine Qual, nur noch Rhythmus und die Rückkehr knallharter Beobachtungen und Entschlüsse: Das wippende Pferdeschwänzchen da vorne holst du wieder ein!

Ja, so mancher Platz konnte wieder gut gemacht werden, auch wenn das am Ende mit 49:28 Minuten nicht wirklich mein Wetter war. Ich mag Wärme, nur ist sie einfach nicht bestzeitkompatibel. G(r)illt  übrigens auch für den Streckenrekord, den der Sieger mit 30:10 Minuten um 11 Sekunden verpasste. Alle Afrikaner seien ansonsten aber in der Lage, sogar noch deutlich unter 30 Minuten zu laufen, versichert Manager Brahim Chalgoum.

Brooks Citylauf Stadt Münster Drohne Alf Dahl

Pharos Andreas
Mit unserem Manager war ich im Ziel ausgesprochen zufrieden. Wir scharten rund um Andreas, den ich ohne Übertreibung wahlweise Wüstenfuchs (Tobruck) oder Leuchtturm nennen darf. Letzteres aufgrund seiner Farben (die bewährte Kollektion aus dem Vorjahr), zusätzlich aufgrund seiner schieren Größe von roundabout 2 Metern. Er hat also wirklich generalfeldmarshallmäßigen Überblick, bald auch global, bezogen auf das Onlinemarketing bei Brooks,. doch das ist wieder eine andere Geschichte.

Weitere Quellen
Natürlich stehe ich mit meinem kleinen Erlebnisbericht nicht alleine auf weiter Flur. Am Donnerstag gibt´s hier alle Links auf sämtliche Berichte. Empfehlenswert ist auch diese Bildergalerie direkt bei Brooks 😉

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