Ein guter Tag für die Prävention

Ausgesprochen gute Nachrichten für Laufsport-Einsteiger wie Fortgeschrittene (und alle anderen, gesundheitsbewußten Menschen):

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen ab sofort wieder jährlich regelmäßig nach §20 SGB V zertifizierte Gesundheitskurse.  Insbesondere (neu) die Wiederholung einer „gleichen Maßnahme“ im Folgejahr. So bleibt ihr kontinuierlich im Training…

In den letzten Jahren wurde diese sehr viel früher bereits einmal existente Möglichkeit in dem für die Krankenkassen bindenden „GKV-Leitfaden für Prävention“ reduziert. Gemäß dessen Fassung vom 27. August 2010 wird unter den handlungsfelderübergreifenden Kriterien des individuellen Ansatzes die maximale Zahl der förderfähigen Kurse auf zwei pro Jahr begrenzt (…) und die Wiederholung einer „gleichen Maßnahme“ im Folgejahr ausgeschlossen (siehe Seite 38).

Erst musste es damit im Folgejahr also ausdrücklich ein Aufbaukurs sein, der sich inhaltlich hinlänglich vom Vorgängerkurs unterschied. Plötzlich fing die Diskussion an: eine pragmatische und inhaltlich ausreichenden Differenzierung etwa zwischen einem „Basiskurs Laufen für 5 KM“ (Kurs 1) im Verhältnis zu „Aufbautraining zum Halbmarathon über 21 Kilometer“ (Kurs 2) reichte nicht mehr aus.  Intern habe ich zahlreiche Gespräche geführt, doch der Gedanke, einen gerade mal auf 5 Kilometer trainierten und motivierten Einsteiger im Folgejahr alleine zu lassen, wenn er eben nicht auf eigene Faust oder eigenen Fuß auf die Halbmarathondistanz upgraden möchte, erschien den Gesprächspartnern (häufig aus sportfremdem Millieu) meist inhaltlich schon fremd, mal abgesehen von der normativen Kraft des Faktischen gedruckter Leitlinien.

Verlangt wurde stattdessen separate Zertifizierungen der Kurse oder am besten gleich völlig unterschiedliche Bereiche, wenn es denn unbedingt im Folgejahr das gleiche Handlungsfeld sein muss (hier: Bewegung, Kurs 1 dann „Laufen“, Kurs 2 bitteschön „Aquajogging“, damit nur ja die Aufsicht nicht meckert).

Das ist zum Glück Geschichte. Der Spitzenverband der GKV und die Verbände der Krankenkassen auf Bundesebene sind zu der Erkenntnis gelant, dass es „für viele Versicherte nicht nachvollziehbar ist, dass ihre Krankenkasse den von ihnen gewünschten Kurs im Folgejahr nicht fördert, wohl aber zweimal im gleichen Jahr“ (siehe Rundschreiben 2013/302 des GKV Spitzenverbandes zum GKV-Leitfaden Prävention). Da sich diese neuen/alte Ausschlussregelungen nicht bewährt habe, wird sie bei der nächsten Überarbeitung des Leitfadens für Prävention gestrichen. Für Interessierte: Ganz aktuell veröffentlichte der Verband dieses Positionspapier zur aktuellen und zukünftigen Ausrichtung der Prävention und (persönlichen wie betrieblichen Gesundheitsförderung).

Der guten Ordnung halber an dieser Stelle noch der formale Hinweis, dass daher aktuell diese Informationen den Status einer Empfehlungen an alle gesetzlichen Krankenkassen darstellt. Der Spitzenverband hat parallel die das Bundesministerium für Gesundheit, das Bundesversicherungsamt und den Bundesrechnungshof über seine Einschätzung informiert. Es ist jedoch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit davon auszugehen, dass die Regelung damit ab sofort grundsätzliche Anwendung findet. Egal, wo ihr (gesetzlich) versichert seit, das Wissen um diese Inhalte dürft ihr dort voraussetzen.

Natürlich habe ich die Sache persönlich schon gecheckt, quasi an der Quelle. Die BERGISCHE Krankenkasse freut sich darüber, dass der Weg wieder frei ist. 500,00 Euro jährliches Präventionsbudget sprechen wirklich für sich (und sie). Leistungen für Läufer sind unter www.die-bergische-kk.de/run für euch zusammengestellt. Und meinen Herbst-Laufkurs bei der Ausdauerschule by bunert habe ich schon gebucht, 2014 sind (ohne Einschränkungen) zwei weitere Kurse möglich. Bei Fragen – fragen 😉
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