StrongmanRun 2013: Show of Force

May the forth be with you: Am 04. Mai wurde nicht nur international der Star-Wars-Tag gefeiert, sondern auch national der Nürburgring gestürmt: 12.000 Strongmen und –women bedeuten erneut: Weltrekord!. Auf gut 25 Kilometern erwarteten wieder 15 knallharte Hindernisse die Läufer, die in zwei Runden gleich doppelt durchlaufen, durchklettert und durchschwommen werden mussten. Ach, Du meine Güte!

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Show of Force

Der Begriff „Show of Force“ (englisch für “Zeigen der Kraft”) hat nichts mit Star Wars zutun.  Er stammt vielmehr aus dem Militär, und steht für die Demonstration kombatanter Stärke. Beispielsweise, ganz ohne den Doktor, der Doolittle Raid der Amerikaner als erste Bombardierung des japanischen Festlandes nach Pearl Harbor.

Beim StrongmanRun gibt es da gewisse Parallelen. Konditionell wird er sicher manchesmal zum persönlichen Waterloo. In diesem Jahr kam ich vor Ort wieder mit vielen Menschen ins Gespräch (nicht zuletzt durch meine kleine Aufklärungsdrone über dem Rebellenstützpunkt am Nürburgring). Einige davon liefen zum ersten Mal, und waren ganz schön bang in der Buchse.

Es lag mir fern, die Padawane zu beunruhigen. Höflich erkundigte ich mich nach ihrer Halbmarathonbesteit. Ah, 01:52 Stunden. Ich wiegelte ab: Das klappt bei euch bestimmt gut, halt wie ein Halber, nur konditionell mit kleinem Sahnehäubchen. Erleichterung flackert in ihren Augen. Also wird es heute doch nicht so schlimm, was? Die Hoffnung stirbt zuletzt, dachte ich daraufhin bereits auf den ersten Kilometern selbst. Und es tat mir leid, so falsch gelegen zu haben. Am Montag wird es sich im Büro wie frisch aus dem Fight Club anfühlen, doch das ist ein anderer Film.

„Ach, Du meine Güte“
Zugegeben, die erste Erschwerniszulage war hausgemacht. Vor einer Woche dieser Marathon in Düsseldorf. Noch dazu ohne Training. Es ging nicht anders: Düsseldorf liegt quasi vor der Haustüre, und am Wochenende stand ohnehin ein längerer Trainingslauf an. Also kurz über die Wunderlampe gestrichen, und 24 Stunden vor dem Start die Nummer 1001 klargemacht.

Ganz ohne fliegenden Teppich habe ich es ins Ziel geschafft, ein Lauf wie aus tauseindundeiner Nacht, nur 11 Minuten über der persönlichen Bestzeit auf dem Kurs. Empfehlenswert ist so ein Kaltstart allerdings nicht, ab Kilometer 30 war der Marathon eine Lektion in Schmerz, Demut und Durchhaltewille. Und natürlich die letzte lange Laufeinheit vor dem StrongmanRun.

Weniger als eine Woche zur Regeneration. Dauergast in der heimisch heissen Badewanne. Gefühlt einen Karton voll Tetesept Muskelbalsam verrieben. Ein Geruch und Gefühl irgendwo zwischen Wellnesshotell und Rehaklinik. Doch es klappte: Im Ruhezustand protestierte der Körper nicht mehr, Belastungen hatte ich in der Bummelwoche ohnehin vermieden, Gast und Bremse im Auto wieder bedienbar. Der Feldtest auf den Eifelwiesen konnte kommen!

„Erzähl mir nicht, wie meine Chancen stehen“
Jedes Jahr auf´s neue zelebriert der StrongmanRun die Enthüllung der Hindernisse. 15 Stück, 2 Runden. Macht insgesamt 30, sagen wir mal, physische Kontakte. Entweder mit den vier Elementen der Natur und bzw. oder den vier Grundkräften der Physik.

Das Orga-Team des StrongmanRun besteht ganz offensichtlich aus enthusiastischen, naturwissenschaftlichen Akademikern, die zusammen mit Sportwissenschaftlern und Medizinern die coolsten und knallhärtesten Hindernisse der ganzen Welt kreieren. Nur wenige Grundkonstanten entfallen aufgrund internationaler Bestimmungen. Etwa Radioaktivität. Wobei sich die schwache und starke Wechselwirkung schon alleine aufgrund des namensgebenden Hauptsonsors Fisherman´s Friend geradezu aufdrängt: Sind sie zu stark, bist Du zu schwach. Hier besteht Potential für die Folgejahre, die Ausgabe am 10. Mai 2014 wurde bereits live vor Ort bestätigt.

Wasser, Luft, Erde, Gravitation und elektromagnetische Wechselwirkungen sind also weiter im Rennen. Feuer in diesem Jahr nicht, letztes Jahr war es aus nachvollziehbaren Gründen nur Deko, obgleich man es sicher räumlich relativ nah und sinnvoll vor dem Wasserhindernis platzieren könnte. Hat man nicht, macht aber nichts, dafür gab es mit den Stromfädenwäldchen gleich nach 40 Meter langen Pool adäquaten Ersatz.

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„Meinem Erbauer sei Dank, dieses Ölbad wird mir richtig gut tun“
Keine Militäroperation ohne Decknamen. Gleiches gilt für die internationale Elite atemberaubender Extremläufe: „StrongmanRun“, „ToughGuy“, „Braveheart Battle“.

Beim StrongmanRun wächst die Vorfreude traditionell im Training und der Community schon viele Monate vor dem Startschuss. Dem Bau des Todessterns nicht unähnlich, vergrößert sich der Schrecken proportional zum Fertigstellungsgrad der Vorbereitungen: Die Hindernisse werden nacheinander enthüllt und das organisierende Imperium startet Namenswettbewerbe.

Im Ergebnis ergeben sich liebevolle Bezeichnungen wie „Schock Norris“ (Strom, Hindernis 14), „Tropic Hell Island“ (Wasser, Hindernis 13) oder „Final Climbation“ (Überseecontainer, Hindernis 15). Um den Rahmen nicht zu sprengen, schauen Interessierte einfach hier auf den Streckenplan.

Beim teilnahmetechnischen Triple fiel mir in diesem Jahr besonders positiv die Abwechslung bei den Hindernissen auf. Schlamm, Strohballen und Kletterhindernisse bleiben jedes Jahr die brutalen Basics, doch Neuzugänge wie Schaumkanonengräben (Schaum, Schlamm, Sägespäne, Hindernis 2, „Weichspüler“) oder offene, geschlossene und stromfädendurchsetzte Variationen von Kriechgängen bringen echt Abwechslung mit rein.

Nicht zu reden von den Wetterbedingungen: Im vergangenen Jahr dichter Nebel und 3°, in diesem Jahr Sonnenschein und Frühsommer. Vorteil: Der Schlamm trocknet schneller, die Frisur sitzt, mehr Zuschauer, mehr Party, kürzere Verschlusszeit für Kameras. Nachteil: Sinkender Härtegrad, zu viel Grip am Berg, Pool wirkt wie Erfrischung, keine Weltuntergangsstimmung vor/bei/nach dem Lauf, Vordermann noch sichtbar.

„Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen.“
Wirklich absolut kein anderer Start eines Laufs auf dieser Welt kann so stimmungsvoll sein, wie der des StrongmanRun. Mit dem Nürburgring, der Boxengasse, dem Paddock-Club und Grand-Prix-Circuit erwartet die Läufer eine Kulisse echter Extraklasse. Hinzu gesellt sich das imposante Feld aus 12.000 Läufern auf der Rennstrecke, die sich bereits weit über eine Stunde vor dem Startschuss aufstellen.

Richtig transportiert bekomme ich die Stimmung beim Start weder mit Worten noch Bildern noch Videos. Das muss man selbst erlebt haben. Nicht einfach ein kontrolliertes Lostraben im Feld und über die Ziellinie, sondern Power-Party pur. Das Adrenalin und die Musik peitscht uns vorran, durch den Nebel, auf die ersten Meter der langen Geraden im Start/Ziel-Bereich der Rennstrecke, Tribünen rechte Hand und voraus, aufgrund des guten Wetters diesmal bevölkert mit tausenden jubelnder Zuschauer. Erinnerungen für die Ewigkeit, out-of-this-world-experience. Ich meine das völlig ernst, nicht als gewollten Superlativ, sondern das Erlebnis ist tatsächlich so fantastisch und ergreifend, dass es an verschiedenen Stellen des Tages schier  irreal wirkt. Man muss sich darauf einlassen und Gefallen finden, dann bietet es eine enorme Erfüllung.

Wartezeiten an Hindernissen wurden in diesem Jahr erfolgreich eliminiert. Erreicht wird das durch breitere und zwischengelagerte Bereiche, die das Feld vor neuralgischen Punkten auseinanderziehen. Beispielsweise durch mehrere Schleifen am Berg samt hochgestapelter Heuballenbarrieren auf ganzer Breite. Der zickzackartigen Streckenverlauf bietet fast so etwas wie der Zen-Buddhismus: Zen entzieht sich der Vernunft, erscheint oftmals mysteriös und irrational. Zielt ab auf die Erfahrung und das Handeln im Augenblick. Konzentration auf die alltägliche Verrichtung. Schlafe, wenn Du müde bist. Natürlich nicht heute, aber ihr versteht das Prinzip…

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Durch die kontinuierliche Anstrengung und das enge Läuferfeld kommt tatsächlich Langstreckenlauffeeling auf, sukzessive lassen sich weitere Plätze im Klassement gutmachen, und Männer von Memmen trennen. Gleichsam saugen die Heuballen und der crosslaufartige Untergrund die Kräfte Kräfte aus den Beinen. Merke: Nicht die Distanz oder das Hindernis tötet, sondern das Tempo. Die gute Einteilung der Kräfte ist  für den ambitionierten Finisher essentiell.

Heuer hatte ich mir vorgenommen, den Schwerpunkt  auf das sportliche Ergebnis der sauigen Sause zu legen. Unterwegs mit möglichst leichtem Gepäck, Start möglichst aus dem ersten Drittel, alle Kraft auf die Triebwerke. Im Ergebnis hat das gut geklappt, Platz 1.620 von rund 12.000 Startern, obere 13,5 %, 3:08 Stunden, persönliche Bestzeit, alle Ergebnisse hier. Doch darum geht´s eigentlich gar nicht, denn:

Den StrongmanRun kann man auch ganz anders begehen. Im Superheldenkostüm, ach was, als Superhelden im Feld. Oder Schurke, Henker, Hulk, Ritter oder Barbar. Der Phantasie und Schmerzfreiheit sind keine Grenzen gesetzt, etwa die der gut gewickelten TENA-Boys. Beliebt sind auch die durch Borat bekannten „Mankinis“ oder freie Oberkörper (bei den Jungs).

Eine Option, die ich in diesem Jahr lediglich aufgrund fehlender Befestigungsmöglichkeit der Startnummer verwarf, doch für 2014 definitiv eine Überlegung wert ist ist. Ein Kostüm hingegen nicht zwingend, da man sie als Läufer spätestens ab dem dritten Hindernis von Herzen hasst. Zudem sinken ab diesem Zeitpunkt rapide die angestrebte Parallelen in Optik und Tempo (gilt nicht für Kostüme wie The Thing oder vom kleinen Maulwurf). Historisch wertvoll und mit widerstandsfähigen Materialien gesegnet sind höchstens die Kohorten des römischen Reiches, Legionäre der Lauflust, Spartiaten des Schlamms.

Der Lauf ist eine einzigartige Projektionsfläche für Wünsche, Träume, Ziele. Wo andere im Karneval nur doof herumstehen und schunkeln, kann man hier gleichzeitig die Kuh fliegen und Sau rauslassen. Achim Achilles beschreibt es drüben treffend  als Urlaub vom Ich, einem bisschen Heavy Metal wie in Wacken, einem Schuss Kölner Karneval, Herumsauen wie damals in Woodstock und als klare Absage gegen den Sanftheits-Terrorismus und die Yoga-Gesellschaft. Chapeau!

„Möge die Macht mit euch sein.“
Save the date: Samstag, 10. Mai 2014. In diesem Jahr waren sämtliche 12.000 Startplätze innerhalb von 99 Stunden ausverkauft. Ich tippe mal drauf, dass sich diese Zeit jetzt für das nächste Jahr halbiert. Noch ist hier eine unverbindliche Vorregistrierung möglich, nutzt die Chance, use the force, wenn ihr auch nur einen Funken Feierfreude und Spaß am Sport in euch tragt. Es fällt mir an dieser Stelle ein bisschen spät ein, euch noch gar nicht vom Rahmenprogramm erzählt zu haben, etwa Pre- und After-Run-Partys. Oder dem fantastischen Support von Brooks samt grenzgenialer Photoboxen. Oder den mehr als 250.000 Fotos der Spotografen. Erlebt es selbst und traut euch!

Der StrongmanRun ist absolut einmalig, hat einen ungeheuerlichen Fun-Faktor, ist gleichermaßen eine physische Herausforderung, und verschafft nachhaltige memorable Momente. Nicht zu reden vom Gesprächsstoff und Bildern. Rechnet ruhig damit, ein bisschen für verrückt gehalten zu werden – doch das ist es wert. Und wer weiß, ob nicht doch mal als Darth Vader, Sturm- oder gar Strongmantrooper. Eine Team-Wertung gibt´s schliesslich beim StrongmanRun auch. Welch kraftvolle Idee, Master Luke!

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