Hockenheimring-Lauf am 1.11.11

#Mocki und #Hocki, taggte ich im Tweet-Preview. Heute Mockenheim statt Hockenheim, Sabrina Mockenhaupt und Orthomol luden netterweise zum 10 Kilometer langen Lauf über den zweiten, deutschen Grand-Prix Kurs. Sonst dröhnt hier neben der DTM die Formel 1, heute eroberten über 1.200 Läuferinnen und Läufer die Rennstrecke in der Kurpfalz. Testcircuit untenrum außerdem für einen Hauch von Schuh, die brandneuen Brooks PureGrit. Obenrum ein Traum in Schwarz und Weiss – das Brooks Equilibrium LS. Also, starten wir die Maschinen:




Atmosphäre

Grandiose Rennsportatmosphäre wie am Nürburgring, dabei aber charmant, familiär (und turbo) wie der Waldlauf des LC Heppenheim. Vielleicht lag es auch nur am immensen Platz, den eine so einzigartige Location bietet, beim Firmenlauf ging es zuletzt ja etwas enger zu. Wirklich sehr übersichtlich, da unten in Hockenheim, heute Mockenheim. Die Anfahrt rasant, das namensgebende Dörfchen katholisch geprägt, und am Morgen des der heutigen Allerheiligen reichlich verschlafen. Allerhand! Rasante Anfahrt im kleinen Gran Tourismo, lokale Ringstraße gesperrt, zickzack durch die Einfamilienhaussiedlungen, plötzlich überwältigt vom Ring, den Tribünen und einem großen Parkplatz, unmittelbar hinter der Boxengasse. Wesentlich kleiner alles als am gigantischen Nürburgring, vermutlich dafür finanziell solide.

Eigentlich völlig unverständlich, wieso es verhältnismäßig nur so wenige Starter sind. Absolut fantastische Kulisse. Liegt´s am November? Nein, kann eigentlich nicht sein, am Nachmeldestand vor Ort war nicht Kirmes. Trotz Superwetter. Oder liegts an der Region? Hockenheim weist gerade mal 20.000 Einwohner auf, jedes motorisierte Rennspektakel dürfte das danebensetzen. Sind das hier im Rhein-Neckar-Kreis vielleicht alles eher Formel 1 Fans? Vettelheim ist nicht weit.. Wandern im Taunus? Fehlende Promo? Unerklärlich. Oder es liegt an einem entspannten Hockenheimring, der auch noch lange nach Veranstaltungsende von zahlreichen Läufern unter die Füße genommen wurde. Sollte der Ring ab und an den hiesigen Läufern als Strecke zur Verfügung stehen, reizt der Wettkampf vielleicht einfach weniger. Andererseits, Läufer wie ich reisen hunderte Kilometer an, um des Erlebnis und Atmosphäre willen. Das Einzugsgebiet hat quantitativ auch mit dem Großraum FFM, nur 100 Kilometer weit weg, enormes Potential. Und mit handfester After-Run-Party sollte doch eigentlich noch was gehen… Verdient hätten es der Veranstalter, der ASG Tria Hockenheim. Sehr verdient.

Orthomol Sport
Die Tagesportion Leistungsfähigkeit, Regeneration und Widerstandskraft gibt´s in jeder Apotheke, so der Hersteller des orthomolukelularen Supplements speziell für Sportler. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente out of the box. Sabrina „Mocki“ Mockenhaupt ist zentrales Testimonial, zehnfache Deutsche Meisterin auf der Langstrecke und Olympionike, 2012 in London, qualifiziert dafür vergangenen Sonntag beim Marathon in Frankfurt. In der halben Zeit, die ich für einen Marathon brauche – woran man sieht, welche Extremleistungen diese Spitzensportler abrufen. Möglich macht das weniger das orthomolsche L-Carnitin, eher ihre Wurzeln in einer Familie aus Langstreckenläufern. Großes Dankeschön an dieser Stelle an das orthomol-Team! Für die nette Einladung zum Lauf, einer tollen Tasche, und der Gelegenheit zum Treff mit Mocki. Daneben war das super organisiert, von Anfang bis Ende.

Strecke und Strecke
Schön: Am Start lief wieder „eye in the sky“ von The Alan Parsons Project, was Erinnerungen an Berlin zurückzauberte. Auch schön: Das Lied lief gleich dreimal, bei Bambini, Jugend und Hauptlauf. Mocki sprach ein paar Worte mit rauchiger Stimme (eigentlich war ein gemeinsamer Start aus erster Reihe geplant, doch nach der überragenden Anstrengung und Ohnmacht in Frankfurt am Sonntag war eine kleine Pause wohl verdient), Countdown, los!

Schon wieder aus der ersten Reihe startend, war es diesmal nicht so wild wie beim Firmenlauf. Die Breite der Strecke auf dem Track ist viel kofortabler, das Tempo gefühlt langsamer. Letzteres ist erstaunlich, weil es objektiv eigentlich gar nicht sein kann: Bei einem so hochklassigen Läuferfeld mit Spitzenzeiten ab 31 Minuten für die 10 Kilometer (!) hätte beim Start ordentlich die Post abgehen müssen. Vielleicht lag es an der fehlenden Randbebauung, vielleicht an zwei getrennten Startfeldern, die parallel losliefen, und sich nach rund einem Kilometer vereinten.

Sagen wir mal so: Unmittelbar nach dem Start konnte ich in der Sachs-Kurve noch ganz gut mithalten. Danach hab ich Tempo rausnehmen müssen, wurde auf den nächsten zwei Kilometern dauernd überholt. Da bekommt man schnell das Gefühl, eigentlich rückwärts zu laufen – mindestens aber verliert man weitestgehend das Gefühl für das eigene Tempo. Macht nichts, die Kulisse ist schliesslich spektakulär, Kopf ausschalten, Sonne und Circuit genießen.

Der Rundkurs auf dem Hockenheimring führt über 5 Kilometer, bis man wieder die Ziellinie, Haupttribüne und Boxengasse passiert. Ergo standen zwei Runden auf dem Programm, wobei mir Teil zwei deutlich leichter fiel. Das Anfangstempo war draußen, ein erster warmer Tee drinnen, der Streckenverlauf jetzt bekannt, und die neuen Brooks PureGrit machten sich wirklich super. Außerdem stabilisierte sich meine Position im Feld, die Überrundungen hörten auf, erste Reüberrungungen waren möglich. Ehrlich gesagt liefere ich mir bei einem Lauf aber seltenst Kämpfchen, sondern versuche, stabil das Tempo zu halten.

Ein bisschen strategisches Geschick und Rundumsicht braucht man jedoch spätestens bei den versprengt lauernden Fotografen, um bei Bedarf Reserven zu mobilisieren, und sich optisch freizulaufen. Die Kür besteht hier darin, _mit den richtigen_ auf ein Foto zu kommen. Nicht, dass die Streckenfotografen Gruppenbilder machen, aber ein Bild neben Opa Klawuttke kommt einfach nicht so gut, erzählt man später über sportliche Heldentaten. Besser sind da schon die die Triathlon-Checker vom Neckar. Vermutlich ist dieser Teilabsatz politisch höchst unkorrekt, schliesslich ist Laufen an und für sich zutiefst demokratisch und verbindend. Andersherum natürlich auch ein unerbittliches Wettrennen, Spiegelbild einer Leistungsgesellschaft, sportlicher Zwilling des kapitalistischen Geistes Kind. Olympischer Gedanke noch nicht mal beim Foto, drauf sein ist alles. Gilt höchstens für die Strecke und dem Schönreden der Ergebnisse am Ende:

Das Ergebnis
53:03 Minuten. Im ersten Moment war ich ziemlich enttäuscht: Zu Beginn des letzten Drittels der Finisher, und eine umgerechnete Zeit von 26:32 auf 5 Kilometer. Bei dieser Rechnung ernüchternd. Anderer, arithmetischer Ansatz einer Auslegung der Ausdauerleistung: Entspricht einer Halbmarathonzeit von unter 01:50, Marathon sub 04:00. Okay. Weil ich „kalt“ wieder eingestiegen bin, ohne vorheriges Training in den letzten Wochen (Hintergrund bald im separaten Artikel, Stichwort Herzmuskelentzündung), lasse ich das durchgehen. Beim nächsten 10km-Lauf möchte ich vorbehaltlich Vorbereitungsphase gern unter 50 Minuten schaffen, auf 5 Kilometer ist Ziel 22 Minuten oder besser, Halbmarathon 01:45 oder besser, Marathon 04:30, dann 04:15. Womit die Jahresplanung für 2012 damit auch schon wieder klar ist, doch demnächst mehr dazu im Jahresrückblick und -ausblick. Extrem positiv in Sachen Zahlen: Meine Startnummer, mein Jahrgang: 74. DAS nenne ich mal Aufmerksamkeit bei der Datenverarbeitung, liebes Orthomol-Team, dankeschön! AK immerhin Rang 75. Klingt besser als 837. Platz ;-).

Brooks PureGrit Special
Als Messenger of Run Happy teste ich für Brooks Laufequipment. Auf dem Hockenheimring haben mich daher giftgrüne PureGrit Laufschuhe und ein schwarz-weisses Equilibrium Oberteil begleitet. Den separaten Bericht zu den Schuhen, wie ich sie kein zweites Mal hab, lest ihr hier – und kommende Woche direkt bei Brooks.

Einige Eindrücke
findet ihr hier. Habe noch nicht nach Lauffotos geschaut – werden aber noch ergänzt. Eindrücke aus den Vorjahren bei der RUNNER´S WORLD.

(Visited 61 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.