Die Physiotherapie

Physiotherapie – wörtlich physis, Natur, und therapeia, Dienst. Die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des menschlichen Körpers soll durch sie wiederhergestellt, verbessert oder erhalten werden.

Ein paar praktische Physiotherapie-Erfahrungen aus August hier:

Rückenschmerzen habe ich immer mal wieder. Selten zwar, dann aber richtig: Einige Tage mit stark eingeschränkter Bewegung und Schmerzen. Stillhalten und Schonung ist falsch, ich gebe mir Mühe, dann trotzdem zu laufen. Und meistens wird es nach zwei bis drei Tagen von alleine wieder besser. Symptome, deren Ursache mir bislang ein Rätsel waren. Einerseits Bürojob (doch auch das kann man aktiv gestalten), andererseits viel Sport nebst gezielter Übungen für die Muskulatur, für Aufbau und Ausgleich.

Beim Drachenbootrennen im Sommer verzog es sich wieder im Rücken, die muskulären Belastungen waren recht einseitig, der Einsatz groß. Die ersten Tage mit Schmerzen dachte ich einfach, dass das der Preis für den großen Spaß gewesen sei. Weil es sich aber über eine Woche lang nicht besserte, und ich zuletzt den Miss-Zöpfchen-Lauf unter quälenden Schmerzen lief und sich nichts löste, ging der Griff zum Hörer, Termin beim Orthopäden.

Die Experten der sportorthopädischen Gemeinschaftspraxis Dr. Christian Fingerhut und Dr. Philip Sadlo aus Langenfeld waren da genau die Richtigen: Ganzeinheitlicher Ansatz, neueste Technik und eine integrierte Praxis für Physiotherapie.

Dottore Sadlo kam, sah und röntgte. Ja, den Fußboden erreiche ich nicht nur mit den Fingerspitzen, sondern aufgelegten Handtellern. Nein, der ganze Sport ist eigentlich kein Schutz vor Rückenschmerzen, das ist ein Irrglaube. Hm, das Röntgenbild meines Rückens ist spitze, sieht 10 Jahre jünger aus als als das des gleichaltrigen Docs.

Mittlerweile waren seit der Ruderei 3 Wochen vergangen, die Schmerzen ebenfalls wieder Vergangenheit. Dankenswerterweise wurde befand man den Befund nicht reif zur Ablage in die Akte X, sondern sorgte für eine Physiotherapie. Weniger, weil es aufgrund des Befundes angezeigt sei, sondern vielmehr, um Wege aufzuzeigen, wie man den Schmerzen begegnen kann. Wenn die indes wiederkämen, soll ich ebenfalls wiederkommen. Die sprichwörtliche Schmerzgrenze dafür liegt bei besagten zwei bis drei Tagen Pein.

Die integrierte Physiotherapie-Praxis unter der Leitung von Dirk Eichhöfer sei zwar gerade wieder extrem nachgefragt, aber vielleicht findet sich noch ein Termin. Und er fand sich, sogar gleich für ganze sechs Sessions:

Nummer 1 – der Einstieg
Mein Physiotherapeut begrüßt mich freundlich und ist mir auf Anhieb sympathisch, dank seiner wachen, aufmerksamen und ruhig-relaxten Art. Insgeheim träumte ich schon von einer Therapeutin, ließ mich in der Sache und Praxis aber einfach überraschen. Handtuch zwecks Unterlage hatte ich dabei, sicherheitshalber auch mal Sportbekleidung druntergezogen. Doch nicht nötig! Hemd aus, Hose und Schuhe blieben an, Anamnese: Warum bin ich hier? Wo tut es wann wie weh? Wo will ich hin?

Bäuchlings auf die Liege, detailiertes, kundiges Abtasten des Rücken- und Schulterbereichs. Oberer Teil der Wirbelsäule wirkt sehr flach, Seitverbiegung der Wirbelsäule (Skoliose) erkennbar aber eher mäßig, insgesamt eigentlich kein Problemrücken. Beginn mit Übungen:

Nummer 2 – die Übungen
Erste Übung: Seitlich liegend, Knie angezogen, Rücken rund, eingeigelt in regelrecht fötaler Haltung. Dann das Brustbein anziehen, Schulterblätter nach vorne, die Wirbel im oberen Teil der Wirbelsäule regelrecht herausstrecken. Mehrfache Wiederholung.

Zweite Übung: Seitlich liegend, Knie angezogen, Oberkörper seitlich drehend flach auf die Liege, so dass der Rücken möglichst gerade und flach aufliegt. Strecken. Arm ausstrecken, um die Streckung zu forcieren. Streeeecken. Tief atmen.

Meine innere Oberschenkelmuskulatur ist schon etwas verkürzt: Beim Anziehen der Beine kommen schnell Krämpfe. Exakter gesagt sind das aufgrund des einseitigen Trainings vorherrschende, muskuläre Dysbalancen im Bein, häufig bei Läufern oder Fußballern. Dehnen (und Ausgleichssport) hilft.

Beide Übungen sind echt Arbeit, lassen sich im Alltag aber gut in die typische Gymnastik für Läufer integrieren, idealerweise täglich. Außerdem auch geeignet zur Auflockerung faulen Herumliegens, etwa im Freibad oder im Sonnenstudio.

Nummer 3 – Relax
Ausnahmsweise mal ein heisser Tag in diesem „Sommer“. Zu allem Überfluss vergesse ich mein Handtuch. Bedingt egal – pragmatisch hilft die Praxis aus. Zu meiner Freude heute mal keine Übungen, sondern Massage. Gute Gelegenheit, um ins Gespräch zu kommen. Vermutlich wissen Physiotherapeuten ähnlich viel über Ihre Klienten wie Psychologen. Jedenfalls berichte ich ein bisschen über den Blog, mache Werbung für den Firmenlauf, erzähle vom StrongmanRun und Marathon(s) und schwanke bei all dem zwischen schlechten Gewissen und dem guten Gefühl, hier gleichzeitig Nutznießer einer sinnvollen trainingsbegleitenden Maßnahme „auf Kasse“ zu sein.

Nummer 4 – die Eule
Erneut Massage, erneut Entspannung, im Nackenbereich diesmal so sehr, dass ich plötzlich meinen Kopf um über 180° drehen kann. Wie eine Eule. Zeige zurück im Büro damit Kunststücke.

Nummer 5 – der Block
Ich weiss nicht sicher, ob es an den Kunststücken oder dem langen Lauf durch die Grüne Hölle samt 1,5 Kilo Backpack lag: Am Wochenende rebellierte die Schultermuskulatur, der Nacken wurde steif, Haltung wurde zum Kampf. Immerhin die richtige Zeit, der richtige Ort: Ideal, der Sache auf die Spur zu gehen. Abtasten des Rückens, der Wirbel, der Muskulatur. Vielleicht ein Block in den Wirbeln oder Rippen, vermutlich starke Verspannungen der Schultermuskulatur und direkt unterhalb. Massage und Mobilisierung der Schultern.

Nummer 6 – die Lösung
Das Ergebnis der Behandlung des Blocks: Fantastisch. In den Folgetagen bin ich morgens aufgewacht, und habe mich gestreckt, als wolle der Rücken durchbrechen. Gleichzeitig tat es unendlich gut, auch tagsüber. Da war keine plötzliche „Sperre“ mehr, kein Gefühl des Verschiebens-von-Irgendwas im Rücken, weshalb man früher reflexartig stoppte, und das Recken einstellte.

Zur Begrüßung tat ich die guten Neuigkeiten kund, und ich sah meinen Physiotherapeuten strahlen. Beruf hat ja idealerweise auch etwas mit Berufung zutun, und ich glaube, dass es gute Leute in Pflegeberufen sehr freut, wenn sie am lebendigen Beispiel sehen, wie positiv sich ihr Handeln auf das Gegenüber auswirkt.

Wir besprechen nochmal die Übungen. Die nächste Zeit sollte ich durch die Behandlung beschwerdefrei sein, präventiv sollten immer mal wieder die vermittelten Übungen gemacht werden. Bei erneuter Therapierung ist die Muskulatur im oberen Rücken und der Schultern im Focus. Generell sind Schmerzen im Rücken ursächlich schwer eingrenzbar, da die Gründe vielfältig sein können. Dazu zählen neben der eigentlichen Physis selbst Fehlstellungen der Füße oder seelische Belastungen.

Fazit
Die Physiotherapie hat viel gebracht. Außerdem bin ich kompetenten und sympathischen Menschen begegnet, die kundig und kompetent geholfen haben. Die Praxis und insbesondere das Physiotherapie-Team kann ich guten Gewissens jedem Sportler aus der Region in und um Langenfeld empfehlen. Meinen herzlichen Dank und schöne Grüße auch nochmal von dieser Stelle, Praxisteam!

Apropos Region, das gleiche gilt natürlich für Matthias Leppich aus Solingen, der mit seinem Angebot unter www.athletenwerkstatt.de individuelle Trainingsbetreuung und Physiotherapie bietet. Mit Rezept (oder auch ohne) ist er gleichsam Anlaufstelle, um einem den Rücken zu stärken.

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