28 Kilometer: Dornap Distanz Deluxe

Trainingslauf XXL – all inclusive: Distanz deluxe, Bergisches Land pur und ein Läuferfrühstück, das richtig knallte. Auf der 28-Kilometer Tour von Solingen nach Wuppertal lebten wir mal wieder auf großem Fuß, landschaftlich und läuferisch.


Distanz deluxe

28 Kilometer – distanztechnisch die Twilightzone zwischen Halbmarathon und Marathon. Sowas läuft man auch als ambitionierter Amateur nicht mehr nur mal so aus Spaß, sondern in Vorbereitung auf den Marathon. Ein paar lange, laaaaange Trainingsläufe von 25 bis 35 Kilometer sollten es in den letzten Monaten vor dem Marathon schon sein, um den Körper vorzubereiten. Die gute Nachricht: Sie stehen am Ende nicht regelmäßig wöchentlich auf dem Programm (zumindest nicht auf meinem), so dass durchaus noch Zeit zum Luftholen bleibt.

Die Distanz bringt auch eine gewisse Dauer mit sich, schliesslich sind wir alle keine Haile Gebrselassies. Bergbedingte Gehpausen und Phasen der Orientierung brachten am Ende zusammen mit dem Lauf eine Zeit von 03:20 Stunden auf die Uhr. Das ist soweit okay, reicht aber an das trainingstechnisch sinnvolle Maximum von 03:30 Stunden heran – länger sollte kein Trainingslauf sein, egal, ob man den Marathon in drei oder fünf Stunden finishen möchte.

Bergisch Land pur
Start in Solingen, führte uns die Strecke über die Korkenziehertrasse auf den neu eröffneten PanoramaRadweg niederbergbahn (Lektoren zucken bei dieser Schreibweise jetzt zusammen – doch der Herausgeber meint es ernst damit. Radfahrfans sei außerdem dieser Blog empfohlen). Sofern man beim PanoramaRadweg von Eröffnung reden kann, da die Strecke noch mangels Schilder ein echter Geheimtipp zu sein scheint, sofern man über keine Karte verfügt. Was bei uns Dank Athletenfotografin Nina widerrum der Fall war.

Unser Weg führte uns am Einsprungpunkt Fürkelrath entlang der niegelnagelneuen Trasse vorbei am Osterholz, ins malerische Schöller in Wuppertal. Westlich den Steinbruch passierend, öffnen sich die Felder rechts und links des Weges, wir queren Düssel, Richtung Aprath. Dann drehen wir über Osten nach Süden ab, gen Wiedener Kreuz. Im Fortgang, Fortlauf, dann in Schleifen erneut durch Dornap und Schöller – zugegeben, nach rund 20 Kilometern schon etwas lahm im Kopf und zeitweise orientierungslos. Schön in so einer Situation: Noch genügend Kilometer vor sich haben. Ob man die nun am Ende noch extra läuft (weil die Route ursprünglich weniger Kilometer vorsah) oder einfach mittendrin im Rahmen einer kleinen Re-Orientierung ableistet, ist ja egal.

Läuferfrühstück
Im Training verzichte ich, auch und gerade bei langen Läufen, grundsätzlich auf die Zufuhr von Kohlenhydraten (oder anderer Kalorien). Im Wettkampf gibt´s dann Dank Gels und Verpflegungsstationen einen Boost an Extra-Energie. Das hat sich bislang immer bewährt, doch diesmal wars eine echte Probe. Nach 90 Minuten beginnt die Energie aus den körpereigenem Kohlenhydratespeicher zu Neige zu gehen. Je nach Trainingsstand dauert es länger, doch spürbar ist der Effekt auch für uns allemal. Der Körper bedient sich zunehmend aus Fett (und stets Sauerstoff). Erschöpfen sich die Kohlenhydrate endgültig, wird es ausgesprochen schwer, aka Der Mann mit dem Hammer.

Zugegeben, die gute alte Tankstelle kam uns da gerade recht. Verschwitzt betreten, und nur Augen für den Kühlschrank: Die Flasche kaltes Mineralwasser war sehr verlockend (die mitgeführten 2 Liter neigten sich rapide dem Ende zu). Gekauft! An der Kasse erspähte Nina ein Päckchen Dextro-Energy. Gekauft! 2,89 Euro – und zwei Läufer glücklich. Raus aus dem engen Verkaufsverschlag, ran an die nächste Zapfsäule. Getränk geteilt, Dextro aufgerissen, im Mund eine Geschmacksexplosion aus Süße und eiskaltem, perlendem Mineralwasser. Das hatte schon etwas sehr Bedürftiges, doch selten hat so wenig so extrem gut geschmeckt, die ganze Welt bestand für kurze Zeit nur aus diesem Moment an Säule 7.

Frisch gestärkt, quasi wiederbelebt, ging es mit Orientierung zurück über die Kalk-Werke in Dornap über die Höhen und Täler von Holthausen, Schöller und Osterholz nach Solingen.Exakt 28 Kilometer nach Start der Session endete unser Lauf an einer Bushaltestelle – kurze Pause und die Überlegung, für die letzten paar Kilometer des Heimweges vielleicht doch den Bus zu nehmen? Nein, this boots are made for walking, und entspannt plaudernd, Brombeeren und Pflaumen pfückend, ging es zu Fuss Richtung Gräfrath.

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