2. Uni-Drachenbootcup im 18. Bergischen Drachenbootfestival

Statt Laufen heute mal Paddeln und Schwimmen! Der 2. Uni-Drachenbootcup. Ausführlicher Bericht siehe unten, 170 Bilder hier. Oh lord, whow! In einer Woche wie dieser muss man einfach ein Pferd satteln – und raus. Oder einen Drachen!

Der Hochschulsport bietet mit dem dem Drachenbootrennen am Beyenburger Stausee eine regional-maritim-atmosphärische Perle sondergleichen. Heute, Freitag, wasserten am Vormittag (noch bei Nieselregen) Schulen, ab Mittag klarte es auf, am Nachmittag war es sonnig. Ideal für den Start der NRW-Universitäten. Samstag und Sonntag stehen weitere Wettbewerbe inklusive Firmenrennen auf dem Programm. Weiter…

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Als Partner der Hochschulsports der Uni durften wir netterweise schon heute ein eigenes Boot auffahren. Das allererste Rennen lief ganz manierlich, auch wenn die gesamte Performance kein Platz auf dem Siegertreppchen versprach. Doch dann: Im zweiten Durchgang kenterte unser Boot. Immerhin 5 Jahren war die Strecke jetzt unfall- und umfallfrei…

Die Technik
Drachenbootfahren kompakt: 20 Paddler, 1 Trommler (vorne), 1 Steuermann (hinten). Die vordersten beiden Paddler geben den Takt an. Lange Züge im Gleichtakt. Der Trommler bildet ihren Takt akustisch nach. Jeder Paddler orientiert sich rythmisch und optisch am Vordermann, zur Not sekundär akustisch. Der Steuermann hinten hat den Überblick und steuert per Ruder und Stimme: „Paddel vor, Paddel bei, Paddel stop“. Micromanöver bei Schleichfahrt, etwa zur Justierung am Start, übernehmen die letzten 3 Reihen meist mit je einem Schlag. Stillstand, Ruhe und Konzentration vor dem Start. Kommando vom Starter: „Attention!“. Paddel vorn ins Wasser, ready for first pull: „Go!“. Und los geht das feucht-fröhliche Crescendo auf 200 Metern, der Körper geht mit, der Rücken macht neben den Armen die anaerobe Arbeit. Die Welt besteht nur noch aus Rythmus, Anstrengung, Wasser und Wettkampf.

Der Wettkampf
Jede Mannschaft paddelt in den Vorläufen 2 x zwei Zeitläufe über je 200 Distanz. Dabei werden zwei Zeitläufe direkt hintereinander gefahren- einmal auf der Innenbahn, einmal auf der Außenbahn (unterscheiden sich durch mehr oder weniger Algenbewuchs ergo langsamer und schneller) Nach einer ausreichenden Pause folgt der zweite Zeitlauf mit zwei aufeinander folgenden Rennen. Alle vier Zeiten werden dann in einer Rangliste zusammengerechnet. Nach dieser Rangliste werden dann bereits die Platzierungen in verschiedenen Klassen ausgefahren. Jeweils vier Mannschaften messen sich somit auf Augenhöhe und fahren untereinander die Plätze aus.

Das Kentern
Nach einem gelungenen Start im zweiten Durchlauf geriet unser Schiff nach gefühlten 75 Metern in ein Ungleichgewicht. Blitz- und reflexartige Ausgleichsbewegungen der Drag Amateur-Attacker inside sorgen dann für den Rest. Das ist zumindest die theoretische Erklärung, denn Aufklären liess sich der Hergang aufgrund geschlossen erlebter Plötzlichkeit nicht: Kreischen, Kälte, Algen, Ufer, DLRG – aber alles gutgegangen. In Erinnerung bleibt mir persönlich die gefühlt langsame Neigung des Bootes und das „Zustürzen“ auf die Fluten. Kein Ärger, keine Sorge, nur Erkennen: Auge in Auge mit dem Unvermeidlichen fügt man sich; das Wasser war dann aber doch ein bisschen kühl im ersten Moment. Kurz am Boot festgehalten (beim Briefing vorher so angewiesen), doch dann den Kommandos des Steuermanns gefolgt, die 100 Meter ans Ufer zu schwimmen. Einigen unserer Sportler gingen Brille, Brieftasche oder Handys verloren, in den Tiefen der extrem dichten Algen, die selbst das Schwimmen schwer machten. Ansonsten blieb der Vorfall aber für den Leib folgenlos, für die meisten Seelen auch.

Das Danach
Nass und etwas verlegen ging´s zurück zum Bootshaus. Wie es sich für ein gutes Drama gehört, verhalf es uns vor Ort zu einer gewissen Lokalprominenz. Für Gesprächsstoff war jedenfalls ausreichend gesorgt. Ab diesem Zeitpunkt kamen nur noch die Harten in den Garten oder das Boot, da sich die Mannschaft durch den Reinfall doch merklich ausgedünnt hat. Willkommene Gelegenheit für Asyl in Booten anderer Mannschaften – Gastplätze für Paddel-Söldner waren beim quirligen Studentenvolk schnell zu kriegen, selbst für begossene Pudel wie uns! Großes Lob an dieser Stelle an unseren Schülerpraktikanten Jonas, der tapfer, begeistert und sportlich bis zum Schluss durchhielt!

Das Ende
Am Ende kam damit nochmal richtig Freude auf: Ordentliche Pulls sorgten für Siege und einen insgesamt 3. Platz im Boot der RWTH Aachen. Zum Schluss ging´s im „Paketchen“ (Paddlerjargon!) mit 4 vollbesetzten Kanus side-by-side im Sonnenuntergang zum Schaupaddeln vors Publikum. Absolut unbezahlbar! Leider war die Speicherkarte bei unseren Fotografen voll, daher fehlt noch Bildmaterial dieses stimmungsvollen Abschlusses.

Diese künstlerisch gut gemachte Ruder(!)-Sequenz  vermittelt á point die Wettkampfatmosphäre auf der 200 Meter langen Strecke (entliehen aus David Finchers „the social network“. Zeigt das erfolglose Rennen der Winklevoss-Zwillinge in Cambridge, Musik ist eine Electroversion von Peer Gynts Höhlentroll).

Rythmus, Kraft und Vortrieb plus eine geradezu magnetische Konzentration nur (!) auf den Vordermann und den Trommler, mit lauten und straighten Kommandos des Steuermanns im Ohr, sorgen für eine ganz besondere Stimmung. Verbunden mit den sehr ruhigen und geradezu kontemplativen Naturmomenten auf dem See, den Wendemanövern und des Ab- und Anlegens, einfach Spitzenklasse, bei so tollem Wetter – wer hätte das heute morgen noch gedacht? Hauptgewinn beim Wetter, Fenster voll Sonne inmitten tagelanger Schlechtwetterperiode. Und wie gesagt, hier die Eindrücke des tollen Tages, dem Samstag und Sonntag beim Festival noch der Erfurt- und Sparkassen-Cup mit Firmenrennen folgen.

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Dankeschön
Ganz besonderer Dank für dieses unvergessliche Erlebnis an das Team des Hochschulsports der Uni Wuppertal, das Team der BERGISCHEN Krankenkasse, Praktikant Jonas (und Familie) für die tolle Unterstützung sowie nicht zuletzt die Jungs und Mädchen vom VfK Wuppertal, Drag Attack!

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