Sambatrassenlauf 2011: Bericht und Bilder

Hier die ersten Bilder zum heutigen 5. bunert Sambatrassenlauf. Bericht hier. Großen Dank an Laufsport bunert Wuppertal, die Bergische Krankenkasse, Yeah! Sport und viele weitere Partner für dieses tolle, grüne, heisse Laufevent der Extraklasse!

Fotos:

Bambini und Schüler/innen
K-Swiss Run 5 km

ADIDAS RUN 10 km
Wendepunkt Teil 1

Wendepunkt Teil 2

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5. bunert Sambatrassenlauf am 04. Juni 2011

Sonnenschein, 31° – des einen Freud, des anderen Leid. Samstag feierte der Sambatrassenlauf sein 5-jähriges Jubiläum. Bei über 30° boten die sonnigen Südhöhen Sauna und Solarium, Sieg und Scheitern. Die Zielzeit mit Schweiss und Tränen in den Staub getropft – und die Frage gestellt: Who is hot, who is not?

Rennen um die Wette, wessen Idee war das noch gleich? Dekaden trainiert man vor sich hin. Dominiert von langen Ausdauerläufen, in denen man zeitvergessen träumerisch in den Sonnenuntergang trabt. Höchstens mal unterbrochen von Intervallgruppentraining, das einen aus der Kontemplation Marke Zen-Mönch reisst. Die grösste Aufmerksamkeit richtet sich auf die Herzfrequenz, das Wohlbefinden und die Talkrunde auf dem Sportplatz. Und plötzlich steht man am Start, das Einssein mit Körper und Geist ist Geschichte, der Countdown läuft, gleich hebt man ab. Oder auch nicht.

Hier kommt die Sonne
Laufen bei Hitze und Schwüle stellt den Körper vor besondere Herausforderungen. Die Haut wird besser durchblutet, Schweiss zur Kühlung erzeugt. Blut fehlt in der Muskulatur, der Puls ist tendenziell höher. Ist es schwül, funktioniert das mit der Verdunstung und den Aggregatszustandswechseln mehr schlecht als recht, die körpereigene Klimaanlage kommt ins Stocken, der Körper ist thermisch überfordert. Lysin-Mangel, lange Haare, Gegenwind: Es gibt natürlich noch andere Gründe für ein schlechtes Abschneiden. Belassen wir es für heute aber mal beim Wetter.

Speedway Sambatrasse
Der Start des Laufs lag etwas zurückversetzt, nicht direkt am alten Bahnhof Küllenhahn, sondern 150 Meter bergan Richtung Müllverbrennungsanlage. Ideal für einen Spurt beim Start. Zurückversetzt auf den Nürburgring, gefühlt aber Bahrain.  For the masses. Dass das bei diesem Wetter höchstens für Spitzenläufer empfehlenswert ist, ging mir erst später auf. Das rasante Runterlaufen hat für die ersten 200 Meter durchaus Laune gemacht, Schnitt gefühlt unter 04:00 min/km, nahe 20 km/h. Wo man einmal flott dabei war, wurde auch im weiteren Verlauf kaum Gas rausgenommen – wer will schon Plätze gleich auf den ersten Kilometern wieder abgeben? Neben mir fordert die Trasse ihre ersten Opfer, Gefallene im Läuferfeld, verloren der Kampf gegen Schwerkraft und Sicherheitsabstand, zum Abschied sagen sie leise das Wort mit S.

Japsend ging es die ersten Hälfte mit 2,5 % Gefälle bergab. Eine Temporeduzierung in Richtung 05:00er Schnitt pro km brachte keine respirative Besserung. Langsam zog Schwindel auf, Gänsehaut, Luftnot, und das Gefühl, dass sich die Kopfhaut zusammenzieht. Spätestens das ist der Moment, in dem man realisiert, dass es nicht so läuft wie geplant.

Die Aussicht auf den Wendepunkt bei Kilometer 5: Kühles Nass, erreicht kurz nach rund ca. 25 Minuten. Laufsport bunert hat umsichtig und kurzfristig wetterbedingt eine Verpflegungsstation organisiert, die mir gleichsam als Exit dienen sollte. Angesichts des Unwohlseins konnte ich mir die ernsthafte Fortsetzung des Laufes bergan nicht mehr vorstellen, und beschloss zum ersten Mal in meiner bescheidenen Sportkarriere einen Abbruch.

The Long Way Home
Einem Bergsteiger fällt es schwer, den Gipfel der Sicherheit des Rückzugs zu opfern. Auch dem Läufer fällt ein Abbruch schwer. Beide Sportler vereint, dass sie am Ende sowieso zurück müssen – auf einer Wendepunktstrecke ist das für Läufer geographisch sogar gleichbedeutend mit dem ursprünglichen Ziel.

Nach dem anteilsvollen Blick eines Streckenpostens des LC Wuppertal startete ich daher nochmal durch, um den Rückweg im kombinierten Trab- und Stop-and-Go-Mix zu bestreiten. Alleine war ich in dem Modus nicht. Die Zielzeit spielte angesichts der Verluste keine Rolle mehr. Dementsprechend auch das Ergebnis: 59:55 Minuten, 05:59,5er Schnitt,Platz 109 von 181, AK Platz 13. Gefühlt 2 Stunden unterwegs gewesen.

Zwar war die persönliche Leistung schlecht, aber das Wetter kein Hindernis für gute Leistungen: Sieger Pascal Meißner vom TV Refrath ging schon nach 35:07 Minuten durchs Ziel, Arndt Bader bot 36,01 Minuten auf, Dritter wurde David Koll vom Tri-Club Wuppertal (der daneben mit John Rafflenbeul gleich zwei Teilnehmer in die Top10 brachte). Beste Frau war Melanie Klein-Arndt vom LG Mülheim in 39:46 Minuten, bester Ausdauerschüler Niels Faassen mit fantastischen 39:20 Minuten, Cheftrainer Sven belegte mit 37:00 Minuten den 5. Platz. Laufgott Marc erlief in 44:52 Minuten Platz 28  (trotz 5 km Rennen und Spitzenfeldplatzierung vorab), Granate Matthias 44:39 hh:mm und #26, Sir Toby knackte mit 49:15 Minuten unsere magische 50-min-Marke, Olaf Janitza unterbot sogar noch mit 47:52 (beide Rennstall Wielpütz). Strahlende, schwitzende Sieger. Alle aufrecht und ansprechbar. Am Sonnenschein lag es also nicht.

Zurück im Ziel verglichen wir dann Erfahrungen und Zeiten und belebten die lädierten Sinne mit reichlich Wasser und Dextro-Drinks.  Der Biergarten des nahegelegenen Freibads Neuenhof bot überdies Gelegenheit für eine sportlich-kommunikative Einkehr. Schöne Lage, freundlicher Service = sehr empfehlenswert!

Fazit
Schönes Laufevent mit festem Platz im Jahreskalender. Bei Sonne und Hitze sind Sprints (für mich) nicht empfehlenswert. Hätte ich doch in der Ausdauerschule aufgepasst, und nicht dauernd gequatscht. Respekt vor der Leistung aller (!) Läufer. Ein Abbruch will gelernt sein. Zeit ist nicht alles. An Verpflegungsstationen ordentlich Zeit nehmen und nicht schüchtern sein: Ruhig Wasser über den Kopf kippen! Vermisse eine Klagemauer. Und der Blick in die Ergebnisliste lindert den Schmerz auch nicht. Um eine wertvolle Erfahrung reicher, nächste Gelegenheit zur Bewährung: 8. Himmelgeister Halbmarathon am 02. Juli 2011 in Düsseldorf. Und dann ist schon fast wieder Winter.

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