3. Sparda-Bank Crosstriathlon in Wuppertal

Tolle Veranstaltung am 12. September 2010 – mit klasse Stimmung und super Setting zwischen Industrie und Naturarena. Für einen ausführlichen Bericht hier klicken, zur Bildergalerie geht über diesen Link.

Wie versprochen hier ein kleiner Erfahrungsbericht zum gestrigen Ausflug in die Botanik. Disclaimer: Es war mein erster Crosstriathlon, deshalb liest sich das für die Routiniés vielleicht etwas low level. Mit dem Wetter hatten wir nach zweiwöchiger Schlechtwetterperiode halbwegs Glück, auch wenn der sonnige Samstag noch besser gewesen wäre.

Ankommen
Morgens war das Gelände am Korzerter Kraftwerk auf Küllenhahn schon gut gefüllt. Nett, dass die Firma WKW ihren Parkplatz am Neubau für die Teilnehmer öffnete – trotz laufenden Produktionsbetriebes. Mit Blick auf die Kennzeichen der Autos scheint das Einzugsgebiet auch über das Bergische Land hinaus zu gehen. Geparkt, Bike ausgepackt, zusammengesetzt und Startnummer holen:

Die Ausgabe war bereits gut organisiert, viele Helfer, freundliche Erklärungen gerade auch für Einsteiger. Champion-Chip nicht zum Schnüren am Schuh, sondern per Band am Bein – es wird schliesslich geschwommen! Die Starternummer wird auch nicht – wie bei reinen Läufen üblich – mit Sicherheitsnadeln vorne befestigen, sondern ebenfalls mit Band zunächst hinten (Rad), dann vorne (Laufen), um die Sichtbarkeit für die Kontrollen zu gewährleisten. Als Ersttäter gab´s sogar noch eine Trinkflasche vom Sportforum obendrauf – perlender Mitgliedsausweis der sporty crowd.

Anschliessend Check-in: Mit dem Bike in die Wechselzone, Nummer auf dem Bike, Nummer auf der Hand, Unterschrift. Dann Orientierung zum Stellplatz, Aufhängen des Rades, Platzierung von Schuhe, Socken und Getränk. Blicke nach rechts und links – wie organisieren sich die Anderen? Der Wechsel wird nicht umsonst gerne „die vierte Disziplin“ beim Triathon genannt, und bei Rookies auch extra trainiert.

Noch gut eine Stunde bis zum Start. Genug Zeit, um das Gelände und die Fahr- und Laufwege genau in Augschein zu nehmen. Gar nicht so einfach angesichts des Parcours aus den Stellplätzen der Bikes, den Absperrgattern zum Besucherbereich und zur abgezäunten Grenze der Sambatrasse. Verlaufen im Wettkamp wäre ziemlich uncool. Dank jederzeit ansprechbarer Ordner, gutem Briefing mit Megaphone der Gruppen unmittelbar vor dem Start und klar gekennzeichneter Wege (mit Pfeilen oder abgesperrt mit Flatterband) konnte nichts schiefgehen. Ausserdem gab es ja noch die anderen Teilnehmer, denen man im Prinzip nur folgen musste.

Insgesamt bot das Umfeld damit die Gelegenheit, wirklich gut „reinzukommen“. Anfängerfragen liessen sich bei diversen Gelegenheiten gut und quasi im Vorbeigehen klären – ob über die freundlichen Helfer des Triclubs oder im netten Gespräch mit anderen Teilnehmern. „Doof da“ steht man also nicht – höchstens fühlt man sich ein klein wenig so, angesichts geballter Sportlichkeit bei Mensch und Maschine im Teilnehmerfeld ;-). Aber nun, Irgendwann ist immer das erste Mal.

Schwimmen
Gegen 10:30 Uhr ging´s so langsam Richtung Freibad, Start 11:00 Uhr. Aha, auf den Bahnen 1-8 sollen sich die Schwimmer je nach eigener Leistungsfähigkeit sortieren, 1=schnell, 8=langsam. Klasse, damit kannte ich auch sofort meine Bahn! Das Wasser im Freibad Neuenhof ist angenehm warm da beheizt. Von Frieren also keine Rede, wie befürchtet. Nettes Geplänkel mit den Zeitnehmern, einen auf Schön-Wetter machen. Einschwimmen und gute Stimmung bei uns im Startblock auf Bahn 8. Klaro, Dabeisein ist alles. Und trotzdem alles Geben! Die Jungs sind nach meinem Geschmack.

Start! Im Training pausierte ich gerne schonmal ein paar Sekunden am Wendepunkt der Bahn, bot sich unter Wettkampfbedingungen aber nicht unbedingt an. Anfängerfehler: Zu schnell gestartet (zwei Bahnen), was sich rächte. Irgendwann hörte ich auf, die Bahnen zu zählen. Vermute, aus Erschöpfung, oder weil die Zeitnehmer das Finish eh mit dem roten Brett signalisierten. Also einfach immer weiter, und noch überlegt, dass sich die Krafteinteilung beim Schwimmen so ganz anders gestaltet bzw. anfühlt wie beim Laufen. Während ich dort einfach langsamer laufe, um Kraft zu sparen und den Puls zu senken, erscheint es mir beim Schwimmen schwierig. Ich schwimme schon langsam, aber diejenige Kraft, die ich für „oben“ und „vorwärts“ brauche, ist groß. Zum Schnaufen groß. Sicher ist die Art der Anstrengung ungewohnt, aber bestimmt auch meine Technik schlecht.. Nach 15 Minuten jedenfalls waren die 20 Bahnen Geschichte.

Radfahren
Die Stimmung im Bad war klasse, unter Anfeuerung ging es das kurze Stück hinter der MVA hinauf in die Wechselzone. Klappte einwandfrei – Socken und Fahrradschuhe an, Startnummer anlegen, trinken, Helm auf – und ab! Innerhalb der Wechselzone wird das Rad wohl geschoben, nun gut. Ab der Zeitmatte dann nicht mehr – vorbei am tollen Publikum auf die Sambatrasse, bergab Schwung holend am Alten Bahnhof Küllenhahn vorbei, circa 800 Meter abwärts und ab in den Wald. Weiteres zur Strecke im Burgholz auch hier. Diesmal war ich durch die Orientierungsfahrt vorgewarnt, sämtliche neuralgischen Punkte waren gut beherrschbar. Meine Sorge, schnelleren Fahrern im Weg zu sein, hatte sich zuvor bereits erledigt: Ich lag einfach durch das Schwimen recht weit hinten.

Dafür rückten über die rund 15 Kilometer im sehr crossigen Wald immer wieder Fahrer vor mir ins Blickfeld. Auch wenn ich es mit Blick auf die Krafteinteilung nicht darauf anlegte, war die Chance auf Überrundung wiederholt schöner Ansporn. Trotz knackiger Anstiege blieb beim Kurs immer wieder Zeit, auch auf langen Geraden oder Serpentinen richtig Gas zu geben. Vereinzelt wäre dabei Schreien vor Freude angesagt gewesen, was aber mit Rücksicht auf die im Wald patroulierenden Ersthelfer unterblieb. Verwechslungsgefahr mit Verletzten, you know. Ich passierte kurz darauf auch einen Sturz, der aber bereits in Versorgung war. Gedanken, was wäre, träfe man auf einen weiteren: Natürlich stoppen, helfen. Zeit egal. Zum Glück blieb alles im weiteren Verlauf ohne Unfall. Dafür Sanitäter auf Pferden, die den Track entlangritten. Auf schmalen Pfad so von hinten an zwei Pferden vorbei, das ist schon respekteinflössend. Tempo raus, um die Fluchttiere nicht zu erschrecken. Was für eine Kulisse!

Vereinzelt schob ich auf den steilsten Passagen kurz, war mit diesem Schicksal aber trotz High-Tech-Bikes (woanders, aktuell nur nicht bei mir) nicht alleine. Selbst Wadenkrämpfe samt Abbruch machten sich vereinzelt bei Teilnehmern breit. Dafür fühlte ich mich eigentlich noch relativ fit, viel fitter als noch auf der Orientierungsfahrt. Tagesform? Spezialkleidung? Wettkampfschub? Hauptsache fit. Sehr positiv fiel mir die wirklich gewissenhafte Markierung der Strecke auf – verfahren konnte sich wirklich keiner. Entweder säumten Flatterband oder Streckenposten die Kreuzungen oder Abzweige, die zudem häufig freundlich und laut gute Tipps zur Strecke gaben – oder anfeuerten. Super.

Laufen
Zurück in der Wechselzone: Bike einhängen, Wechsel auf Laufschuhe, trinken, Startnummer vom Rücken auf die Front bringen, Helm ablegen – und ab. Der Weg führte Richtung Cronenberg, entgegenkommende Läufer wurden teilweise über die seitlichen „Hügel“ gelenkt, in die die Trasse eingebettet ist. Das unterstricht den crossen Charakter (auch) des Laufs, und reduziert den Gegenverkehr. Klug geplant!

Der Zieleinlauf lag unmittelbar hinter den Eingangstoren der MVA, alle Läuferinnen und Läufer wurden hier durch Zuschauer und Cheerleader begeistert empfangen. Aufgrund der zeitlichen Streckung der Wettbewerbe – Staffeln, Hämmerchen und Hammer – gab es zwar eine über Stunden kontinuierliche Versorgung mit Zieleinläufen für die Zuschauer, dafür war die Dichte nicht besonders hoch. Was aber sicher auch dem leistungstechnisch weit auseinanderliegenden Feld geschuldet ist.

Abschluss
Im Ziel waren Stimmung und Angebot für die Athleten ebenfalls top: Gut organisierte Leih-Chip-Rückgabe, Ausgabe der (optionalen, bestellbaren) Finisher-Longsleeves und Versorgung mit kostenloem Kuchen, Früchten und einer mineralischen Kaltschale vulgo alkoholfreiem Bier. Plus kostenfreie Massagen der netten Physiotherapeutinnen von www.rainbow-med.de. Duschgelegenheiten bot das mittlerweile dezent verwaiste Neuenhof.

Am Nachmittag fing es pünklich zu den Siegerehrungen vereinzelt an zu tröpfeln, was den harten Kern aus Sportlern, Organisatoren und Zuschauern aber nicht störte. Das sympathische Duo aus Stavro Petri (Yeah!-Sport) und Swidbert Obermüller (Sparda-Bank West) ehrten die Besten aus den Staffeln, Altersklassen und der Gesamtwertung. Dabei fanden sich häufig Trainess aus dem Rookie-Projekt – Respekt! Was zeigt, wozu ein gutes Vorbereitungstraining befähigt. Laufen, Schwimmen und Radfahren könnten wir vermutlich alle – aber die richtige Technik will neben Kraft und Ausdauer einfach gelernt sein.

Fazit und Ausblick
Toll organisierte Veranstaltung. Wunderbares, aktives Naturerlebnis, das auch in den Medien einen wesentlich höheren Stellenwert verdient (Update 15-09: Die WZ berichtet). Wuppertal hat damit schliesslich seinen eigenen Triathlon, noch dazu die Cross-Variante. Das „Hämmerchen“ ist für ambitionierte Läufer gut zu machen, Halbmarathonerfahrung dürfte als Grundlage auch für ein Training auf den „Hammer“ reichen. Die etwas längere Variante bietet 50% mehr Schwimmstrecke (500/750 m), 100% mehr Rad (14,4/21 km) und 100% mehr Lauf (5/10 km). Das liegt unter dem Strich noch minimal unter einer Marathondistanz, sollte nach einem „Hämmerchen“ also der nächste, logische Schritt sein. 2011 ist damit fest eingeplant. Sport ist schon ein klein bisschen Droge – mit höherem Konsum steigt die Dosis zugunsten von Adrenalin und Endorphine ;-). Last but not least: Diesmal hat das Bike brav mitgemacht und sich tapfter geschlagen.. Trotzdem schwenke ich um auf ein Steppenwolf Tundra FS – ein Fully mit 10 Kilogramm und Transalp-Tauglichkeit wollte ich einfach immer mal ausprobieren. Berge mag ich auch – wieso demnächst nicht einfach mal beides verbinden.

[Rückschau Samstag:]
Morgen Crosstriathlon, und ich bin ein bisschen aufgeregt:Das ist schliesslich die erste Veranstaltung, wo es nicht nur rein ums Laufen geht. Wird es nach dem Schwimmen kalt sein? Klappt der Wechsel in der Wechselzone reibungslos? Hält das Bike? Außerdem waren die letzten Wochen gesundheitlich nicht die Allerbesten für mich, ich werde diese Infekte einfach nicht los. Mittlerweile geht es soweit, dass ich am Sonntag immerhin antreten kann – aber im Schon-Modus, ohne die bewährte Strategie (schnell starten, dann Vollgas, und am Ende alles geben). Schliesslich läuft der Countdown zum Köln-Marathon, das erlaubt keine Experimente mehr. Glück gibt´s beim Wetter, ein fesches Dress zum ´drin Durchmachen liegt bereits bereit, und morgen Abend liefere ich ein Update samt Fotos. Ab 08:15 Uhr werden die Startnummern ausgegeben, ab ca. 10:00 Uhr geht´s ins Becken und Burgholz.

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