Tundra: Die Welt ist ein Dorf

Am Abend das Steppenwolf Tundra abgeholt. Dafür ins südliche Ruhrgebiet nach Sprockhövel gefahren, rund 40 Kilometer einfache Strecke. Michael, bisheriger Bike-Besitzer, war mir auf Anhieb sympathisch. Der imposanten Fully-Sammlung in der Garage musste ich mit reflexartig hervorgestammelten Satzfragmenten begegnen, die von der zurückliegenden Triathlonpremiere kundtaten. Mein Gegenüber strahlte daraufhin noch mehr als ohnehin schon, und erkundigte sich nach dem Bergischen Hämmerchen „nicht etwa?“. Doch, genau das.

Schon waren wir mittendrin im … im, ja worin? Motorradfahrer „reden Benzin“, aber MTBler? Isodrink, Apfelschorle, Red Bull? Na, jedenfalls gab´s jede Menge Fragen zur Fahrradstrecke, Singletrails und Downhill: Bodenwellen, lose Steine, glatte und diagonal zur Fahrtrichtung verlaufende Wurzeln, hohe Stufen, weite Sprünge, starke Schläge, fester oder loser Untergrund, Waldweg oder Querdurchdenbusch? Ich berichtete. Drops, Flats, Gaps, Shakes, Pushs und Shmashs – das ganze Programm. Dasjenige Programm, was bisher mit meinem – nennen wir es ruhig „Fahrrad“ –  nicht gut ging. Und beim immer noch zahmen Crosstriathlon vor der Haustüre auch nicht gefordert war. Trotzdem bietet dieses Buschbiken einen Thrill, den man als reiner Läufer vermisst. Der metallische Geschmack im Mund ist kein must have, aber todsicherer Indikator von viel Adrenalin.

Praktisch, in so einer Situation auch gleich auf´s Blog verweisen zu können. So reisst der Kontakt zum kleinen Steppenwölfchen wenigstens nicht ganz ab. Und angesichts der sehr hohen Nachmelder-Gebühr für den Crosstriathlon war Michael letzten Sonntag nur Zaungast: Bericht und Fotos sind da natürlich interessant. Einziger Nachteil: Das Veranstaltungsgelände und insbesondere das Burgholz als Trail-Strecke war weitläufig. Gefühlt irgendwo zwischen Gibraltar (6,5 km2) und Seiser Alm (54 km2). Topographisch eher die Alm. Fotographisch konnte man nicht überall gleichzeitig sein. Nächstes Jahr sind wir aber vorbereitet…

Und als ob so viel Übereinstimmung nicht schon genüg wäre, kannte er natürlich auch gleich lesenderweise Achim und meinen Kollegen Ingo, natürliche und  juristische Person in Personalunion. Vom Badminton. Ich hatte da so eine Ahnung – wohnt er doch im gleichen Städtchen. Die Welt ist manchmal sprichwörtlich klein, jeder kennt halt jeden über maximal 6,6 Ecken.

Das Sportsmen´s Agreement zum Abschluss unserer kleinen Transaktion: 2011 ist der Crosstriathlon wieder fest geplant. Michael optierte für das Hämmerchen – sah allerdings sehr konkret nach „Hammer“ aus, Paradedisziplin: Biken. Apropos: Ein All-Mountain-Traum in schwarz-matten Aluminium. Ich brenne darauf, es direkt am kommenden Wochenende auszuprobieren – der letzte lange Trainingslauf von immerhin 30 Kilometern vor dem Marathon in 3 Wochen wird diesmal „angefahren“, so dass ich nicht mehrere  Stunden laufe, sondern nur 2 – die anderen 1-2 verbringe ich mit dem Wolf im Wald.

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