Erkältung: Risiko Myokarditis

Laufende Nase – eigentlich kein Problem. Doch Husten, Halsschmerzen und Fieber sind ein anderes Kaliber: Training bei einem Infekt ist schnell nicht nur wenig sinnvoll, sondern gefährlich. Größtes Risiko: Eine Herzmuskelentzündung, Sammelbegriff: Myokarditis.

Harmlose Erkältung als Auslöser
Durch die Herzmuskelentzündung kommt es zu einer Störung und Schwächung der Schlagkraft des Herzens. Die auch als Myokarditis oder Pankarditis bezeichnete Krankheit wird in erster Linie durch Viren und Bakterien verursacht. Auslöser sind in rund 80 % der Fälle Coxsackie-Viren, die häufig auch die Ursache für Erkältungen sind. Auch Viren, die zu Durchfall, Bronchitis, Grippe oder Masern führen, können eine Herzmuskelentzündung verursachen. Außerdem schwächen Bakterien wie Borrelien und die Erreger von Scharlach und Diphtherie die Funktion des Herzens. Bei immerhin 1 bis 5 Prozent der Betroffenen einens viralen Infekts wird eine myokardiale Beteiligung angenommen.

Erschwerte Diagnose
Eine Herzmuskelentzündung weist keine eindeutigen Symptome auf. Viele Betroffene haben außerdem zunächst überhaupt keine Beschwerden. Typisch für einen schwachen, angegriffenen Herzmuskel ist, dass Betroffene auch kleine Belastungen wie Treppensteigen oder Putzen sehr anstrengend finden. Oft sind die Patienten müde, fühlen sich krank, nehmen ab oder klagen über Gliederschmerzen. Weitere Anzeichen sind ein unregelmäßiger Herzschlag (Herzrasen und Herzstolpern) und Brustschmerzen. Nach einer Grippe oder Durchfallerkrankung machen sich die Herzbeschwerden bei der Myokarditis erst nach 1-2 Wochen bemerkbar. Diagnostisch kommt man der Myokarditis per Blutwert, EKG und Echokardiographie auf die Spur.

Ausruhen ist die beste Therapie
Belastet man den Körper nach einem Infekt zu schnell, ist das Risiko einer Herzmuskelentzündung besonders groß. Gleiches gilt, wenn man trotz eindeutiger Erkältung oder Grippe Sport treibt: Das Immunsystem ist durch die Krankheit geschwächt. Hierdurch besteht die Gefahr der Infektion des Herzmuskels über das Blut.

Körperliche Schonung ist, vor allen Medikamenten, das wichtigste und vorausschauenste Mittel auf dem Weg zur Gesundung. Außerdem: Wird die Erkältung – wie zumeist – von Viren ausgelöst, lässt sie sich nicht unmittelbar bekämpfen. Bei bakteriell verursachten Erkrankungen werden Antibiotika gegeben. Da Antibiotika das Immunnsystem schwächen, verbietet sich das Training aufgrund der genannten Gefahren während der Einnahme – und auch eine gewisse Zeit im Anschluss – von selbst.

Langsamer Wiedereinstieg
Um auf Nummer sicher zu gehen, gilt: Ausruhen und bei Fieber das Bett hüten. Ausreichender Schlaf stellt die Kräfte bei einer Erkältung am besten her. Nach einem Infekt ist eine langsame Wiederaufnahme des Trainings wichtig, verbunden mit einer allmählichen Temposteigerung. Denn gerade, wenn man sein Herz an´s Laufen verloren hat, sollte es nicht aus falschem Ehrgeiz brechen.

[Update]
: Die Ärzte Zeitung berichtete am 23-07 hier über das Risiko Myokarditis.

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