Walder Rundweg – runtastic!

Wo die Wälder noch rauschen, die Nachtigall singt, die Berge hoch ragen, der Amboss erklingt.

Ach, herrlich! Grad´ nur wenig Zeit, daher zunächst die Kurzversion: Heute zwei Stunden Walder Rundweg (Teil des Klingenpfades) gemacht, langsamer REG Lauf, 16 Kilometer in Summe. DSF- und Kölner-Stadtanzeiger-Marathonmann Tobi (und Solinger Resident) hat sich mir niederknienderweise erbarmt, und mir eine malerische Laufstrecke direkt vor der Haustüre präsentiert, die sich gewaschen hat. Tobi, von hier aus nochmals: DANKE!

Bei morgendlichem Prachtwetter flogen wir nicht nur durch diverse Haine, entlang an Bächen und vorbei an kleinen Teichen, wir passierten auch jede Menge bergischen Fachwerks, bei permanenten und doch moderatem Auf und Ab des Weges. Die Zeit verging bei der lauschigen Landschaft und im gemeinsamen Gespräch wie im Flug, nur die gegen Ende der 16 Kilometer motzenden Muskeln liessen Rückschlüsse auf die zwischenzeitlich verbrauchten 1.300 kcal zu.

Womit wir bei Teil 2 dieser kleinen Ode an die Heimat sind, der mitgeführten Technik. Die neue Laufstrecke wollte natürlich vermessen werden, wofür sich runtastic anbot – „exercise, analyse, share“. Die Linzer hatten hier ja im April angeklopft, und zum Test animiert. Damals sparten sie sich die Bereitstellung einer immerhin rund 6 Euro teuren Vollversion der App, so dass ich jetzt auch einfach mal mit der kostenfreien Variante Vorlieb nahm.

Deren Sprachausgabe (die tatsächlich im App-Store effektheischend mit dem Attribut „sexy“ versehen ist) animierte dann auch prompt nach 2 Kilometern zum Kauf der Vollversion, und stellte den Dienst ein – das war schon einen kleinen Lacher wert, aber könnte auch einigermaßen peinlich in größerer Runde sein. Ab Kilometer 6 stellte widerrum das GPS-Tracking den Dienst ein, was so eine App dann natürlich ad absurdum führt. Ich trage das iPhone bei solchen Gelegenheiten mit Oberarmband außen und unverschalt, es kann also maximal an den tiefen Schluchten und Tälern gelegen haben, die indes nicht besonders tief waren. Das Tracking kehrte auch nicht auf den letzten beiden Kilometern zurück, die wieder über Straßen führten – Fazit: no go. Das GPS-Tracking wird in den Bewertungen zu runtastic vereinzelt kritisiert, von anderen in den Himmel gelobt – ich probiere es jetzt alternativ einmal mit einer anderen App, da ich mir auch nicht sicher bin, ob das überhaupt maßgeblich an der Software liegt, oder eben dem eingebauten GPS.

Ansonsten war mir runtastic schon sympathisch. Kritikpunkte: Werbebanner (andere Apps kommen ohne aus, Beispiel RunKeeper) und die ein wenig kompliziert anmutende „Upgrade-Politik“ des Anbieters, der verschiedene App-„Module“ anbietet: Sprachausgabe, iPod, Wettbewerb, Workout und „keine Werbung“, alles einzeln entgeltpflichtig freischaltbar (womit in jedem Fall auch die Werbung in der App verschwindet). Nichts gegen Individualisierung bei verschiedenen Bedürfnissen, aber es geht hier um gerade mal ein paar Euro in Summe, und vermutlich legen die meisten Läufer Wert auf alle diese Features – Sprachausgabe (Intervalle, Kilometertöne, Distanz, Zeit, Pace, Geschwindigkeit, Kalorien, Workout, Wettbewerb, Systemereignisse) und iPod-Steuerung (schön: Tracklisten erstellen) ebenso wie die faszinierende Möglichkeit eines „Rennens gegen sich selbst“, wo die App eine einmal gespeicherte Zeit laufend mit der live gelaufenen Zeit abgleicht, und man über die (synthetische, aber sehr gute) Sprachausgabe den jeweiligen Zwischenstand durchgesagt bekommt. Persönlich wäre das für mich ein Killer-Feature, böten andere Programme das nicht auch (schon) – schaun mer mal, denn auch hierfür ist bestes GPS-Tracking unverzichtbar.

Den letzten Punkt, den runtastic betont, „share“, beleuchte ich jetzt mal nicht. Persönlich finde ich keinen Zugang dazu, sein Training komplett gegenüber irgendwelcher Communities zu öffnen, Läufe automatisiert zu twittern oder bei Facebook zu teilen. Das ist vermutlich Geschmackssache, wenn nicht gar Ideologie: Im Netz mag ich nur das Besondere teilen. Generell führe ich nicht Buch über sportliche Aktivitäten (sieht man vom Trainingsplan fürs Laufen ab), und sehe darin auch wenig Nutzen, bis auf eventuelle Vergleiche mit Dritten. Auch wenn das wie das Wesen des Wettbewerbs oder Laufens an sich erscheint, ist es doch ganz anders, denn schon Cicero wusste: „Suche nicht andere, sondern dich selbst zu übertreffen“. Plan – ja, share – nein ;-).

Fazit: Walder Rundweg – 10 von 10 Punkten, runtastic: 3 von 10 (nach erstem Eindruck).

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