Der große Laufstoff.de Shirt-Test [Upd.]

Die Jungs von Laufstoff.de ließen sich vergangene Woche nicht lumpen. Via Twitter riefen sie die Läufergemeinde zum kollektiven Feldtest auf – auch und gerade weil sie in sportlicher Herrenoberbekleidung machen, zogen sie die Spendierhosen an und verschenkten den Laufstoff an berichtswillige Webaktivisten. Dafür vom Start weg erstmal ein herzliches Dankeschön an Meinert Jacobsen und Team.

1. Die Lieferung
Ruck-zuck. Gerade mal 3 Werktage vergingen bis zu dieser polyäthylenen Zierde auf dem Schreibtisch. Aufgrund der durchsichtigen Gestaltung der Sache ist der Neid jedes in der Lieferkette Beteiligten garantiert:

2. Das Extra
Shirt PLUS Aufkleber PLUS Autogramm von Achim Achilles[tm]. Die beiden unverhofften Dreingaben machen Freude, und zeigen, wo´s langeht: „Überhol doch, Du Angeber“ eignet sich ideal für´s Auto, das Autogramm („Sehnen lügen nicht“) mit originaler, händisch geleisteter Unterschrift des Meisters wird noch laminiert und abgeheftet. Bis dahin verschönert es den Eingang zu meinem Büro, als Fanal für alle Kollegen, um zu zeigen, dass Sport auch Spaß machen kann. Mir glauben da die wenigsten.
3. Das Shirt
Wollen wir vor lauter devotionaler Begeisterung mal nicht das Wichtigste vergessen – das Shirt. Leider ist meine Bürobutze etwas klein, so dass es erstmal nur für ein paar Makros reichte. Besonders interessierten mich aber auch Material, Verarbeitung, Nähte und Flock – beim Laufstoff.de-Shirt gibt´s hier für alle Kategorien Bestnoten. Der eigentliche Clou (neben dem Stall, aus dem es stammt): Der Aufdruck. „Schnell kann jeder“ (Vorderseite). Dem Outing als spaßorientierter Hobbyläufer, dessen verbissener Gesichtsausdruck beim Spurt eigentlich reine Maskerade ist, steht also nichts mehr im Weg.

Detail Stoff und Nähte:
Detail Flock:

Detail Detail 1:

Detail Detail 2:


Panorama:
(folgt, in etwa aber so hier)

Technische Daten:
Aktuell befindet sich das Shirt noch im Labor, so dass ich Daten zu Gewicht (bislang angenommene 125 Gramm), Saugfähigkeit, Schmutzresistenz und Farbtreue nach 10.000 Waschdurchgängen nachliefere. Experten zufolge besteht das Shirt aus einem 100%ig polyesteren Gewebe. Sein Geruch ist – noch – ein Genuss, es riecht frisch, fröhlich, frühlingshaft (und ein bisschen nach Farbe). Die Größe ist „S“ – und ein „S“, wie ich ´s erwarte, 62 Zentimeter lang, 46 Zentimeter breit. Last but not least: Funktionsshirttypisch ist es gut dehnbar.

Fazit:

Spitzen-Sportbkleidung mit hohem Spaß-Faktor. Blitzgeliefert, hochwertig gearbeitet und mit toller Tonality. Der unverblümte Slogan „Schnell kann jeder“ propagiert selbstbewusst Slow Running, in bester Tradition von Slow Food und – the next big thing – Slow Media. Ohne in´s Nordic-Walking-Milleu abzurutschen.

[Update 18-03]

Feldtest:
Jetzt ist das Shirt gut 24 Stunden bei mir, daher hat es sich auch schon etwas eingewöhnt. Riesig freute es sich, als ich es heute Abend zum 10-Kilometer-Dauerlauf ausführte. Was soll ich sagen, es bestand mit Bravour. Die Bedingungen waren mit noch über 10° optimal, so dass es sich nicht unter einer Jacke verstecken musste. Zahlreichen Walkern stockte der Atem. Pflichtbewusst thematisierte ich das Shirt auch in unserer Laufgruppe, habe eine Diskussion und Ehrerbietung angeregt. Alle Reaktionen waren positiv, auch wenn ich manchen verstohlenen, leicht neiderfüllten Blick auffangen musste. Dafür ist es doch so leicht, ein Klick zum Glück reicht doch, oder ein Tweet, oder man nimmt zur Not einen Filzstift und ein weisses Baumwollhemd, um wenigstens ein bisschen…

Gewicht:
Gewogene 124 Gramm – hier darf ich mir selber zur ursprünglichen Schätzung gratulieren – die Differenz zum gefühlten Gewicht lag bei einem Gramm. Eventuell grämte es sich aber auch einfach nur seit gestern, noch nicht benutzt worden zu sein, und deshalb… Na, das Gesamtgewicht geht sehr in Ordnung, liegt grad mal 14 Gramm über dem Nike Pro Ultimate Tight Short Sleeve Crew Shirt (ebenfalls S, dafür finde ich den Namen „Laufstoff“ viel, viel sympathischer!), und rund 10 Gramm unter den anderen Shirts (allerdings M). Eventuell, wenn ich noch den Waschhinweis abschneiden würde, dann…

Tonality:
Guten Gesprächen zum Trotz, gab es zurück und bergauf dann doch wieder Gelegenheit zum Sinnieren. Interpretierte ich – angesichts der bereits angesprochenen Reaktionen der Walker – die Message des Shirts falsch? Bislang hieß Schnell kann jeder (Vorderseite) für mich so viel wie „schau, ich mach langsam, weil schnell kann ja jeder“. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille – genauso gut lässt es die Deutung zu, dass jeder in der Lage ist, schnell zu sein. Also im Umkehrschluss niemand zur Langsamkeit gezwungen ist, Stöcke, Gelassenheit, Langmut, fehlender Glaube, mangelnder Wille oder whatever halber hin oder her. Ich kam hier, trotz langen Nachdenkens, zu keinem Schluss. Diese multidimensionale Interpretationselastizität allerdings hat es mir schwer angetan – reichen doch schon 3 einfache Worte zur variablen Mehrdeutigkeit und geben der Exegese Raum. Angesichts der Existenz des Walker-Hass-Manifests tendiere ich jetzt aber auch zum Leistungsgedanken, Laufgott!

Panorama:
(Weder hab ich die Müsli-Milch geschlabbert, noch mich in Batik versucht – der Fleck auf dem Bauch ist nur ein Lichtreflex (so schreiben die das zumindest immer bei eBay, wenn die Fotos technisch ähnlich verpfuscht sind)

Das schreibt die Welt:
“Lesestoff zum Laufstoff – ein modernes Märchen”

“Aktion ShirtsfürUmmefürBlogger” von Laufstoff.de”

“gutes social media marketing”

“Motivationskick: Laufshirt…”

(Visited 25 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.